Seminar zum Teilgebiet 2
Mo 10-12 A1 0 010
In dieser Veranstaltung wird der Trend zu Ritualen in Didaktik und Schulpädagogik zunächst auf seinem gesellschaftlichen Hintergrund analysiert. Dabei steht die Frage im Zentrum, wieso in einer so formalisierten Gesellschaft, ein Bedarf nach Ritualen im schulischen Alltag entsteht.
Zur genaueren didaktischen Verortung des Stellenwertes von Ritualen werden Argumente und Gegenargumente zu ihrem didaktischen Sinn entfaltet.
Im Anschluss an diesen Einführungsteil werden verschiedene Ritualtypen zur Strukturierung des Schullebens, der Schulwoche, des Schultages, der Arbeit in Gruppen, der Freien Arbeit, der Arbeit an Projekten und zur psychomotorischen Entwicklungsförderung gemeinsam erprobt, diskutiert.
Zum Abschluss des Seminars sollen neue Rituale entwickelt werden.
Basisliteratur:
Kaiser, Astrid: 1000 Rituale für die GrundSchule. Baltmannsweiler 2003 (3. Aufl)
Bönsch, Manfred/Kaiser, Astrid (Mitarb.): Unterrichtsmethoden – kreativ und vielfältig. Baltmannsweiler 2002.
Planungsschema der einzelnen Sitzungen:
ein Anfangsritual, ein Ritual zur Körperübung und ein thematisch adäquates Ritual pro Sitzung
Definition
Ganz allgemein betrachtet sind Rituale besondere sozial gestaltete situative und aktionale Ausdrucksformen von Kultur. Sie sind geschlossene Erlebnisse, die durch wiederholende Handlungen, einen erkennbaren szenischen Aufwand und eine Aufmerksamkeit für Details im Ablaufgeschehen wie auch der räumlichen Kontextgestaltung eines Rituals zum Ausdruck kommen.
Das Ritual stiftet einen gemeinsamen Bezugspunkt, der die Teilnehmenden als Einheit zusammenfasst, die aus der Sicht der jeweiligen Ritualisten unverzichtbar sind. Sie haben eine interaktive Dimension und einen symbolischen Charakter.
Ein Ritual ist eine (aufmerksam vollzogene) Sequenz von verbalen und/oder nonverbalen Äußerungen und Handlungen symbolischen Gehalts, was heißt, dass die vielschichtige Bedeutung eines Rituals nicht einfach und erschöpfend auf andere Weise wiedergegeben werden kann. Es wird in Entwurf und Ausführung bestimmt durch eine Leitidee. Es umfasst, sowohl festgelegte und unveränderlich als auch variable, jeweils konkret auszugestaltende Elemente.
Es gliedert sich in Phasen der Vorbereitung, des eigentlichen Vollzugs und der Rückführung.
Plan Wintersemester 2003/04
Planung des Semesters, Literatur, Verteilung der Vorbereitungsaufgaben, Vorerfahrungen mit Ritualen
gemeinsame Diskussion
Was ist ein Ritual? Erprobung von Varianten; Mindmap, Planung der Seminarrituale
gemeinsame Erprobung und Diskussion
Rituale des Anfangs: Zeitstrukturen
Gruppenarbeit und Diskussion
Rituale des Abschlusses: Rhythmisierung
Gruppenarbeit und Diskussion
Ruherituale
Gruppenvorbereitung und Diskussion
Rituale für Freie Arbeit und Gruppenarbeit
Gruppenvorbereitung und Diskussion
Rituale in der Kulturanthropologie
Gruppenvorbereitung und Diskussion
Rituale von weltlichen Festtagen
Gruppenarbeit und Diskussion
Rituale der Kulturen und Religionen
Gruppenarbeit und Diskussion
Weihnachtsrituale
Gruppenarbeit und Diskussion
Rituale für „Lernen des Lernens“
Werkstattarbeit
Grenzen und Möglichkeiten von Ritualen
Werkstattarbeit
Ritualworkshop: Eigene Rituale erfinden
Werkstattarbeit
Ritualworkshop: Eigene Rituale erfinden
Werkstattarbeit
Termin
Exkursion zu einem Erfahrungsort von Ritualen
Werkstattarbeit
