Mädchen- und jungengerechter Sachunterricht

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Astrid Kaiser zusammen mit Karola Nacken, Grundschule Friedrichsfehn

Seminar zum Teilgebiet 2 (oder 8)

 

Mo 8-10

A0-4-419

Zu diesem Seminar gibt es eine praxisbegleitende Übung bei Karola Nacken zur Vorbereitung von Mädchen- und Jungenstunden an der Schule

Mo 16-18 Uhr in der RÖSA A1-1-101

Aktuelles

bitte zur Sitzung am 5.5. zwei Gegenstände mitbringen: etwas typisch Weibliches und etwas typisch Männliches

Veranstaltungsüberblick

In dieser Veranstaltung wird ein Überblick über wissenschaftliche Untersuchungen zur Geschlechterdifferenz gegeben.

Anschließend werden verschiedene didaktische Handlungskonzepte analysiert und auf Praxisperspektiven hin überprüft.

Momentan sind trotz aller Egalisierungsansprüche deutliche Diskrepanzen zu finden. So nimmt der Jungenanteil in Sonderschulen und Hauptschulen, bei Klassenwiederholungen und Verhaltensauffälligkeiten zu. Bei guten Noten haben die Mädchen längst die Jungen überrundet.
Im zweiten Teil des Seminars sollen verschiedene Modelle der gezielten Arbeit mit Mädchen und Jungen im Grundschulalter verglichen werden (patriarachatskritisch, kompensatorisch, konstruktivistisch, defizitorientiert). Im abschließenden Transfer sollen am Beispiel des sozialen Lernens verschiedene Praxismodelle unterschieden werden. In Arbeitsgruppen soll jeweils ein Ansatz für die Praxis an Schulen ausgearbeitet werden und dort erprobt werden.
Gemeinsam sollen die Ergebnisse dieser Erprobung im Seminar reflektiert werden.

Vorbereitende Literatur:

Kaiser, Astrid (Hg.): Praxisbuch Mädchen- und Jungenstunden. Baltmannsweiler 2001

Kaiser, Astrid u.a.: Projekt geschlechtergerechte Grundschule. Opladen 2003

Pfister, Gertrud/Valtin, Renate: MädchenStärken. Probleme der Koedukation in der Grundschule. Frankfurt 1993
Kaiser, Astrid (Hg.): Koedukation und Jungen. Soziale Jungenförderung in der Schule. Weinheim: DSV 1997

Seminarplan

28.4 Planung des Semesters, Literatur, Verteilung der Vorbereitungsaufgaben, Bilder zu Geschlechterdifferenzen gemeinsame Diskussion
 Geschlechterverhältnisse in anderen Kulturen Gemeinsame Diskussion
 Schulbuchkritik unter Geschlechterperspektive Gemeinsame Diskussion

5.5. fish-bowl-Diskussion
Normen der Geschlechtererziehung

Sachunterrichtskiste: Mädchen-Jungen Sollen Mädchen so wie Jungen werden? Sollen beide Geschlechter sich ändern? Sollen Jungen so wie Mädchen werden?
Kritische Analyse von Material der Lernwerkstatt RÖSA
12.5. Vortrag  Geschlechterverhältnis in verschiedenen Kulturen, historischer Rückblick
19.5. Gruppenvorbereitung internationale Untersuchungen zur quantitativen Beachtung von Mädchen und Jungen in der Schule (Karina Bökesch, Nancy Schrader, Birte Hinz)
26.5. Gruppenvorbereitung Schulbuchkritik aus der Perspektive der Geschlechtergleichstellung (Linda Oertel, Antje Krüger, Kathrin Gerdes, Nadine Wiener, Melanie Abt)
2.6. Gruppenvorbereitung Interaktions- und Sprachstile der Geschlechter oder:
vorliegende Untersuchungen zu inhaltlichen Differenzen von Mädchen und Jungen im Sachunterricht
16.6. Gruppenvorbereitung Geschlechterdifferenzen bei naturwissenschaftlichen Themen (Ruth Schmidt, Andre Gautier, Melina Rottka, Thomas Krasnik, Holger Arnold)
23.6. Gruppenvorbereitung Praxismodell 1:Mädchenstunden und Jungenstunden
30.6. Gruppenvorbereitung Praxismodell 2: Methoden sozialen Lernens für Mädchen und Jungen
7.7. gemeinsame Seminardiskussion Gruppenerhebung von Lernvoraussetzungen

14.7. gemeinsame Seminardiskussion Auswertung der Lernvoraussetzungserhebungen
Planung eines Unterrichtselements

weitere Grundlagenliteratur:

Barbara Koch-Priewe: Schulprogramme zur Förderung von Mädchen und Jungen. Beltz Verlag Weinheim 2002
Kaiser, Astrid: "Ich bin kein Konstruktivist..".-. Interview mit Humberto Maturana. In: Päd Forum: unterrichten erziehen 31./22.Jg. 2003, H.2, S. 109-111
Kaiser, Astrid: Konstruktivismus als hinreichende Theorie für veränderndes Handeln? In: Zeitschrift für Frauen-forschung & Geschlechterstudien 18. Jg. 2000, H.4, 20-30
Nyssen, Elke/Hoppe, Heidrun: Geschlechterperspektiven in den Fachdidaktiken. Weinheim: DSV 2001
Jahnke-Klein, Sylvia: Sinnstiftender Mathematikunterricht mit Mädchen und Jungen. Grundlagen der Schulpädagogik. Band 39. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2001
Kaiser, Astrid/Nacken, Karola/Pech, Detlef: Soziale Integration in einer jungen- und mäd-chengerechten Grundschule. Abschlussbericht zum niedersächsischen Schulversuch.  Lit Verlag: Münster 2002
Kaiser, Astrid: Mein Sohn soll kein Macho werden. Mänchen: Südwest Verlag 1999 (vergriffen)
Kaiser, Astrid/Wigger, Maria u.a.: Beispiele für die Arbeit in einer mädchen- und jungenge-rechten Grundschule. Hildesheim: NLI Berichte 65, 2000

Kaiser, Astrid: Zukunftsbilder von Kindern der Welt. Baltmannsweiler 2003 (16. Mai 2003)

Literatur für die Arbeitsgruppen

weitere Literatur zur den Gruppenthemen auch unter:

/lehre/veranstaltungen/2002/sozjungen.php

Geschlechterdifferenz im Sachunterricht


Kaiser, Astrid: Lernvoraussetzungen für sozialwissenschaftlichen Sachunterricht. Oldenburg 1996b.
Appel, Kathrin: Jungen und Mädchen bauen eine Stadt - und lernen voneinander. In: Pfister, Gertrud/Valtin, Renate (Hrsg.): MädchenStärken. Probleme der Koedukation in der Grundschule. Frankfurt a.M. 1993, S. 124-134.
Burdewick, Ingrid: Schulhofgestaltung, Geschlecht und Raum. In: Grundschule 31. Jg. 1999, Heft 12, S. 35-37.
Flade, Antje/Kustor, Beatrice (Hrsg.): Raus aus dem Haus. Mädchen erobern die Stadt. Frankfurt 1996.
Glumpler, Edith: Kleine Mädchen wollen mehr als die Hälfte - Berufswünsche von Mädchen und Jungen. In: Pfister, Gertrud/Valtin, Renate (Hrsg.): MädchenStärken. Frankfurt a.M. 1993, S. 51-66.
Hannover, Bettina/Bettge, Susanne: Mädchen und Technik. Göttingen 1993.
Hoffmann, Lore: Die Interessen von Sch�lerinnen an Physik und Technik. In: Die Realschule 1989, Heft 5, S. 201-205.
Hoffmann, Lore: Mädchen und Naturwissenschaft/Technik - eine schwierige Beziehung In: Pfister, Gertrud/Valtin, Renate: MädchenStärken. Probleme der Koedukation in der Grundschule. Frankfurt a.M. 1993, S. 114-123.
Kreienbaum, Maria Anna/Metz-Göckel, Sigrid u.a.: Koedukation und Technikkompetenz von Mädchen. Weinheim und München 1992.
Milhoffer, Petra (Hrsg.): Sexualerziehung von Anfang an! Gemeinsame Aufgabe von Elternhaus und Schule. Frankfurt am Main 1995.
Milhoffer, Petra: Kindheit ist Mädchenkindheit und Jungenkindheit: Kinderrechte - Mädchenrechte, Jungenrechte. In: Carle, Ursula/ Kaiser, Astrid: Rechte der Kinder. Baltmannsweiler 1998, 86-100
Milhoffer, Petra: Wie sie sich fühlen, was sie sich wünschen. Weinheim - Mänchen: Juventa 2000
Milhoffer, P.: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Sozialisation und Selbstbilder von Mädchen und Jungen. In: Die Grundschulzeitschrift, 11 (1997) 103, S. 48-51
Bundeszentrale fr gesundheitliche Aufklürung: Sexualerziehung, die ankommt. Leitfaden für Schule und außerschulische Jugendarbeit zur Sexualerziehung von Mädchen und Jungen der 3.-6. Klasse. Köln 1999
Nötzel, Renate: Spiel und geschlechtsspezifische Arbeitsteilung. Pfaffenweiler 1987.
Nyssen, Elke/Kampshoff, Marita: Wie Technik zur Mädchensache wird. In: Kaiser, Astrid (Hrsg.): FrauenStärken - ändern Schule. Bielefeld 1996, S. 195-200.
Nyssen, Elke: Mädchenförderung in der Schule. Weinheim und München 1996.
Reineke, Vera/Seefeldt, Dieter (Bearb.): Naturwissenschaften für Mädchen und Jungen (Physik und Chemie). In: Beispiele - In Niedersachsen Schule machen, 15. Jg. 1997, Heft 2, S. 40-41.

Soziales Lernen und Geschlecht


Petillon, Hanns,: Das Sozialleben des Schulanfängers. Die Schule aus der Sicht des Kindes. Weinheim  1993.
Röhner, Charlotte: Mädchen und Jungen im offenen Unterricht. In: Hempel, Marlies (Hrsg.): Grundschulreform und Koedukation. Beiträge zum Zusammenhang von Grundschulforschung, Frauenforschung und Geschlechtersozialisation. Weinheim und München 1996, S. 107-124.
Biskup, Claudia u.a.: Konflikte aus der Sicht von Schülerinnen und Schülern. In: Hempel, Marlies (Hrsg.): Grundschulreform und Koedukation. Beiträge zum Zusammenhang von Grundschulforschung, Frauenforschung und Geschlechtersozialisation. Weinheim und München 1996, S. 166-171.
Breidenstein, Georg/Kelle, Helga: Geschlechteralltag in der Schulklasse. Ethnographische Studien zur Gleichaltrigenkultur. Weinheim 1998.
Breitenbach, Eva: Geschlechtsspezifische Interaktion in der Schule. In: Die deutsche Schule, 86. Jg. 1994, Heft 2, S. 179-191.
Fuchs, Claudia: Barbie trifft He-Man. Freiburg 2001.
Heinzel, Friederike: Der Kreis: Die demokratische Sozialform der Grundschule. In: Hempel, Marlies (Hrsg.): Grundschulreform und Koedukation. Beiträge zum Zusammenhang von Grundschulforschung, Frauenforschung und Geschlechtersozialisation. Weinheim und München 1996, S. 195-206.
Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport Berlin (Hrsg.): Mädchen sind besser - Jungen auch. Konfliktbewältigung für Mädchen und Jungen.  Bd II. Curriculum, Spiele, Übungen. Berlin 1998.

Vopel, Klaus: Kinder ohne Stress. Teil 1-5. Isko Press. Hamburg 1992.

RÖHNER, CHARLOTTE: "Das vergißt Jochen nie!" - Wie geht man damit um: Gewalt von Jungen gegenüber Mädchen. In: Grundschule 17. Jg. 1985a, H. 2, 32-33
RÖHNER, CHARLOTTE: Lutz und Lene. In: Grundschule 16. Jg. 1984, H. 12, 32-35
Röhner, Charlotte: Mädchen und Jungen im offenen Unterricht - Fallstudien zur sozialen Konstruktion der Geschlechter. In: Hempel, Marlies (Hg.): Grundschulreform und Koedukation, Weinheim und München: Juventa 1996, S. 107-124
RÖHNER, CHARLOTTE: Stark wie ein "Master" und bildschön wie "Barbie". In: Die Grundschulzeitschrift 1. Jg. 1987, H. 9, 19-23

Internationale Interaktionsuntersuchungen zur quantitativen Beachtung von Mädchen und Jungen


Christ, H.: Mädchen und Jungen im literarischen Gespräch. In:  Christ, H. u.a. (Hrsg.): "Ja aber es kann doch sein ..." In der Schule literarische Gespräche führen. Frankfurt a.M. 1995.
Enders-Dragässer, Uta/Fuchs, Claudia: Interaktionen der Geschlechter. Sexismusstrukturen in der Schule. Weinheim und München 1989.
Enders-Dragässer, Uta: Der ganz normale männliche Störfall. In: päd.extra & demokratische erziehung 2. Jg., 1989, Heft 1, S. 5-9.
Frasch, Heidi/Wagner, Angelika C.: "Auf Jungen achtet man einfach mehr ...". In: Brehmer, Ilse (Hrsg.): Sexismus in der Schule. Weinheim 1982, S. 260-278.
Fried, Lilian: Ungleiche Behandlung schon im Kindergarten und zum Schulanfang? In: Horstkemper, Marianne/ Wagner-Winterhager, Luise: Mädchen und Jungen, Männer und Frauen in der Schule. Weinheim 1990, S. 61-76.
Fried, Lilian: Werden Mädchen im Kindergarten anders behandelt als Jungen? Analyse von Stuhlkreisgesprächen zwischen Erzieherinnen und Kindern. In: Zeitschrift für Pädagogik, 35. Jg. 1989, Heft 4, S. 471-492.
Fuchs, Claudia: " ... ja manchmal mußte bißchen gescheit sein in dein Kopp!" Ein Mädchengespräch über Geschlechterverhältnisse in der Schule. In: Enders-Dragässer, Uta/Fuchs, Claudia (Hrsg.): Frauensache Schule. Frankfurt a.M. 1990, S. 245-251.
Fuchs, Claudia: "Mach dich nicht so dick!" Kleiner Exkurs zum Thema Mädchen und Jungen, Körper und Raum in der Schule. In: Kaiser, Astrid (Hrsg.): FrauenStärken - ändern Schule. Bielefeld 1996, S. 230-233.
Kaiser, Astrid: Mädchen und Jungen in einer matrilinearen Kultur. Hamburg 1996c.
Kaiser, Astrid: Zur Interaktionsrelation von Jungen und Mädchen im Grundschulalter. In: Pädagogik und Schulalltag 49. Jg. 1994, Heft 4, S. 558-567.

Spender, Dale: Frauen kommen nicht vor. Frankfurt a.M. 1985.

Schulbuch


Fichera, Ulrike: Ist die Gleichberechtigung in neueren Schulbüchern verwirklicht? In: Kaiser, Astrid (Hrsg.): FrauenStärken - ändern Schule. Bielefeld 1996, S. 201-206.

FICHERA, ULRIKE: Die Schulbuchdiskussion in der BRD - Beiträge zur Neugestaltung des Geschlechterverhältnisses. Frankfurt-Berlin-Bern 1996
FICHERA, ULRIKE: Schluß mit den sexistischen Stereotypen in Schulbüchern! In: Enders-Dragässer, Uta/Fuchs, Claudia (Hg.): Frauensache Schule. Frankfurt 1990, 257-289

Geschlecht und Naturwissenschaft


BEERMANN, LILLY u.a.: Mathe: nichts für Mädchen? Bern 1992
BREHMER, ILSE u.a.: Mädchen, Macht und Mathe. Düsseldorf 1989
FAULSTICH-WIELAND, HANNELORE: Kooperationsverhalten geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit Computern. In: Computer und Unterricht 1992, S. 34-36
FAULSTICH-WIELAND, HANNELORE: Technikdistanz von Mädchen? In: HORSTKEMPER, MARIANNE/WAGNER-WINTERHAGER, LUISE: Mädchen und Jungen, Männer und Frauen in der Schule. Weinheim 1990, S. 110- 125
GUTSCHE, EDITH: Mädchen und Naturwissenschaft. In: GROHN-MENARD, CHRISTIN/GRONEBERG, CAREN (Hg.): Frauen und Schule im offenen Raum. Bielefeld 2000, S. 147-150
HANNOVER, BETTINA/BETTGE, SUSANNE: Mädchen und Technik. Göttingen 1993
HANNOVER, BETTINA: Spontanes Selbstkonzept und Pubertät. Zur Interessenentwicklung von Mädchen koedukativer und geschlechtshomogener Schulklassen. In: Bildung und Erziehung, 45. Jg. 1992, Heft 1, S. 31-46
HOFFMANN, LORE/LEHRKE, MANFRED: Eine Untersuchung über Schülerinteressen im Fach Physik. In: Zeitschrift für Pädagogik, 32. Jg. 1986, Heft 2, S. 189- 204.
HOFFMANN, LORE: Die Interessen von Schülerinnen an Physik und Technik. In: Die Realschule, 97. Jg. 1989, Heft 5, S. 201-205
HOFFMANN, LORE: Mädchen im naturwissenschaftlichen Unterricht. Ansatzpunkte zur Verwirklichung der Chancengleichheit für Mädchen. In: In Niedersachsen Schule machen. Beispiele, 15. Jg. 1997, Heft  2, S. 42-47.
HOFFMANN, LORE: Mädchen und Naturwissenschaft/Technik - eine schwierige Beziehung In: PFISTER, GERTRUD/VALTIN, RENATE: MädchenStärken. Probleme der Koedukation in der Grundschule. Frankfurt 1993, S. 114-123
Jahnke-Klein, Sylvia: Sinnstiftender Mathematikunterricht mit Mädchen und Jungen. Grundlagen der Schulpädagogik. Band 40. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2001
KAISER, ASTRID: Von Mondphasen und Schmetterlingen. Technikkompetenz von Mädchen im 19. Jahrhundert. In: Päd.extra, 22. Jg. 1994a Heft 3, S. 13-16

Ursula Kessels: Undoing Gender in der Schule. Weinheim 2002
LANDWEHR, BRUNHILD: Naturwissenschaft und Technik in der Grundschule - Problemfeld der Lehrerinnen? In: Frauen und Schule, 4. Jg. 1985, Heft 8, S. 14- 17.
NYSSEN, ELKE/KAMPSHOFF, MARITA: Wie Technik zur Mädchensache wird. In: KAISER, ASTRID (Hg.): FrauenStärken - ändern Schule. Bielefeld 1996, S. 195-200
NYSSEN, ELKE: Mädchenförderung in der Schule. Weinheim - München 1996
REINEKE, VERA/SEEFELDT, DIETER (Bearb.): Naturwissenschaften für Mädchen und Jungen (Physik und Chemie). In: Beispiele - In Niedersachsen Schule machen, 15. Jg. 1997, Heft 2, S. 40-41
RICHTER, SIGRUN: Unterschiede in den Schulleistungen von Mädchen und Jungen. Regensburg 1996
RÖHNER, CHARLOTTE/THIES, WILTRUD: Erziehungsziel Geschlechterdemokratie. Weinheim 2000

 

Theorie/Allgemeines


Fuchs, Claudia: Koedukation benachteiligt Mädchen, Koedukation benachteiligt Jungen. In: Glumpler, Edith (Hrsg.): Mädchenbildung. Frauenbildung. Bad Heilbrunn 1992, S. 171-177.
Hagemann-White, Carol: Sozialisation weiblich - männlich? Opladen 1984.
Hempel, Marlies (Hrsg.): Grundschulreform und Koedukation. Beiträge zum Zusammenhang von Grundschulforschung, Frauenforschung und Geschlechtersozialisation. Weinheim und München 1996.
Hempel, Marlies (Hrsg.): Verschieden und doch gleich. Schule und Geschlechterverhältnisse in Ost und West. Bad Heilbrunn 1995
Prengel, Annedore: Pädagogik der Vielfalt. Opladen 1993.
Schnack, Dieter/Neutzling, Rainer: Kleine Helden in Not. Jungen auf der Suche nach Männlichkeit. Reinbek 1990.
Schümer, Gundel: Geschlechtsunterschiede im Schulerfolg - Auswertung statistischer Daten. In: Valtin, Renate/ Warm, Ute (Hrsg.): Frauen machen Schule. Frankfurt a.M. 1985, S. 95- 100.
Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport Berlin (Hrsg.): Mädchen sind besser - Jungen auch. Konfliktbewältigung für Mädchen und Jungen. Bd. I. Dokumentation. Berlin 1998.
Thies, Wiltrud/Röhner, Charlotte: Erziehungsziel Geschlechterdemokratie. Weinheim 2000.

Sprache


Richter, Sigrun/Brügelmann, Hans (Hrsg.): Mädchen lernen anders lernen Jungen. Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Spracherwerb. Konstanz 1994.
Richter, Sigrun: Mädchen- und Jungeninteressen beim Schreiben und Lesen. In: Grundschule, 31. Jg. 1999, Heft 12, S. 38-40.
Richter, Sigrun: Unterschiede in den Schulleistungen von Mädchen und Jungen. Regensburg 1996.
Röhner, Charlotte: Kindertexte im reformorientierten Anfangsunterricht. Baltmannsweiler 1997 (Diss Halle 1996).
Skinningsrud, Tone: Mädchen im Klassenzimmer: Warum sie nicht sprechen. In: Frauen + Schule, 3. Jg. 1984, Heft 5, S. 21-23.
Spender, Dale: Frauen kommen nicht vor. Frankfurt a.M. 1985.
Spitta, Gudrun: Chancengleichheit für Mädchen und Jungen? In: Grundschulzeitschrift, 93. Jg. 1996, Heft 9, S. 8-13.
Tannen, Deborah: Du kannst mich einfach nicht verstehen. Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden. Hamburg 1991.
Trömel-Plötz, Senta: Frauengesprüche: Sprache der Verständigung. In: von Lutzau, Mechthild (Hrsg.): Frauenkreativität macht Schule. Weinheim 1998, S. 23-38.

Verschiedene Kulturen

KAISER, ASTRID: Interaktionen und Wertvorstellungen von Mädchen und Jungen in einer matrilinea-ren Kultur. Hamburg: Dr. Kovac 1996
Kaiser, Astrid: Die hohe Stellung der Frau bei den Minangkabau. In: Eine Welt in der Grundschule 1993, H.4, 1-12
 
Kaiser, Astrid: Schulkinder bei den matrilinearen Minangkabau zwischen Kontinuität und Veränderung. In: Zeit-schrift für internationale erziehungs- und sozialwissenschaftliche Forschung. 10. Jg. 1993, H.2, 233-255
LENZ, ILSE: Geschlechtersymmetrie als Geflecht von Frauen- und Männermacht: Zu den Minangka-bau in der vorkolonialen Epoche. In: LENZ, ILSE/LUIG, UTE (Hg.): Frauenmacht ohne Herrschaft. Geschlechterverhältnisse in nichtpatriarchalischen Gesellschaften. Berlin 1990, 280-305

METJE, UTE: Die starken Frauen. Gespräche über Geschlechterbeziehungen bei den Minangkabau in Indonesien. Frankfurt - New York 1995

Jungenstunden


Zieske, Andreas: Jungenarbeit in Grundschule und Hort. In: Hempel, Marlies (Hrsg.): Grundschulreform und Koedukation. Beiträge zum Zusammenhang von Grundschulforschung, Frauenforschung und Geschlechtersozialisation. Weinheim und München 1996.


Diskussionsergebnisse

der 2. Sitzung:

Verständigung über eine Verschiedenheitsnorm, also Mädchen und Jungen nicht in ein androgynes Muster oder in ein bestimmtes Muster hinein zu erziehen, auch keine Anpassung an die männliche Norm.

Als Erziehungsziel legitim ist es, die Begrenzungen der Entwicklung beider Geschlechter durch stereotype Eingrenzungen zu überwinden. Ziel: breite Qualifikationsangebote für alle Kinder.

Informationen zur Sitzung am 2.6. Minangkabauforschung


Astrid Kaiser
Die Minangkabau in Westsumatra sind die weltweit größte noch bestehende matrili-neare und matrilokale Ethnie. Das Forschungsinteresse an dieser zwischen Moderne und traditionellen adat-Normen lebenden Kultur seitens verschiederner Disziplinen ist groß- insbesondere auf die Geschlechterperspektive fokussiert. So gibt es landwirt-schaftswissenschaftliche (Scholz 1977, 131; Benad 1981 Gura 1989), entwicklungspo-litische, sozialwissenschaftliche (Metje 1995), erziehungswissenschaftliche (Kaiser 1996), gesundheitswissenschaftliche (Metje 1988), sportwissenschaftliche (Cordes 1990), interdisziplinär feministische (Göttner-Abendroth 1991; Rentmeister 1985) und kulturwissenschaftliche Untersuchungen. Viele Feministinnen verbinden mit der Exis-tenz matrilinearer Strukturen Idealphantasien und Utopien für Frauen (vgl. Rentmeister 1985, Metje/Mesterharm 1988).
Der Name "Minangkabau" geht nach einer Version auf eine alt tradierte doppelte Wortschöpfung die "Glücklichen" und diejenigen, die über ein Rind - ein Zeichen gu-ter Ernührungsmöglichkeiten -  verfügen, oder auf eine Sage,  "die siegreichen Büffel" (Scholz 1977, 31) zurück.
Quellen über die Kultur der Minangkabau gibt es erst seit der Kolonialisierung Indone-siens durch die Portugiesen im 16. Jahrhundert und vor allem durch englische und niederländische Kolonialbeamte und Militärs. Die Minangkabau verfügten zwar über eine Schrift, die aber nur in wenigen steinernen Relikten identifizierbar ist. Die hölzerne Bauweise und die textile Ausgestaltung der Häuser bewirkten beim feucht-heißen äquatorialen Klima in Westsumatra, dass nur wenige gegenständliche Hinterlassenschaf-ten aus früheren Jahrhunderten erhalten geblieben sind. Aufgrund der äußerst dürftigen Quellenlage sind die relativ umfangreichen historischen Studien (De Josselin de Jong 1952) insgesamt sehr kritisch zu sichten. Die Minangkabau selbst erklären ihre Ge-schichte mit verschiedenen Mythen.
Bekannt ist, dass es sich bei den Minangkabau um ein Königreich mit ausgesprochen dezentraler Verwaltungsstruktur und ohne Militär gehandelt hat. Der Goldhandel scheint eine wichtige ökonomische Grundlage geliefert zu haben. Nach der Islamisie-rung Westsumatras, die aufgrund der räumlichen Unzugänglichkeit ca. 100 Jahre später als im übrigen Indonesien erfolgte,  wurde das alte "Adat"-System nicht grundlegend verändert, sondern im Selbstverständnis der Minangkabau umgeformt integriert.
Die Minangkabau als weitgehend homogene Ethnie (Scholz 1977, 30) ist zwar immer noch im traditionellen Kerngebiet im Hochland Westsumatras umsäumt von den Vul-kanen Gunung Singgalang, Gunung Marapi, Gunung Sago, Gunung Malintang und dem Barisan-Gebirge angesiedelt, verläßt aber zunehmend das angestammte Gebiet in Richtung Padang, dem traditionellen "rantau" der Minangkabau und weiteren Regio-nen Sumatras.
Ilse Lenz bezeichnet - unter Berücksichtigung der vielen Veränderungen gerade in die-sem Jahrhundert - die vorkolonialen Minangkabau als geschlechtssymmetrische Kultur (1990). Damit ist gemeint, dass beide Geschlechter zwar unterschiedliche Aufgaben und Funktionen im gesellschaftlichen Leben haben, aber doch in der Machtverteilung gleichwertig sind.
Da die Frauen schon allein im hochgewerteten sakralen Leben der Minangkabau eine eindeutig subordinierte Position haben (Metje/Mesterharm 1988, 70.), kann spätestens mit der Durchsetzung des Islam  - nicht allein in den religiösen Riten, sondern auch als Normensystem alltäglichen Handelns - nicht mehr von einer geschlechtssymmetrischen Gesellschaft die Rede sein.
Die das politisch-gesellschaftliche System der Minangkabau ausmachenden traditionel-len Regeln des "Adat" werden in den letzten Jahren zunehmend von kulturell bewußten Kreisen betont und vor dem Verfall zu revitalisieren versucht (Chadwick 1991, 81). Die Vermittlung der Adat-Regeln an die nachfolgende männliche Generation erfolgt auch heute - trotz der drastischen Zunahme von Kernfamilien im neuen Eigenheim anstelle der matrifokalen verwandtschaftlichen Großverbände im Adat-Haus (Benad 1982, 252; Gura 1983, 94) - von den Männern der eigenen Verwandtschaftsgruppe.
Zum "Adat" gehören u.a. die matrilineare Erbfolge incl. der Unverkäuflichkeit des ge-meinschaftlichen Landbesitzes der Sippe (Scholz 1977, 34), die Vererbung immateriel-ler Adat-Titel mit Rang- und Einflußkonsequenzen innerhalb der "Adat"-Entscheidungsstrukturen von Onkel zu Neffe innerhalb einer Muttersippe (Gura 1983, 70), die Heiratsvorschriften, die autonome Regelung der sozialen, politischen und ökonomischen Angelegenheiten der nagari in "Adat"sitzungen durch den Ältestenrat der Clans (penghulu), die matrilokale Residenz, die Bekleidungsvorschriften und die vie-len kulturellen Alltags- und Festtagsregeln, die Sprachvorschriften für die Männer bei der rituellen Vertretung des "Adat", die Selbstverteidigungskunst und die Vorschriften an heranwachsende männliche Jugendliche zu merentau, d.h. zunächst das Mutterhaus zu verlassen und - in den letzten Jahrhunderten - in der Surau - vor der Islamisierung in anderen Formen von Männerhäusern - zu leben und zu lernen.
Gleichwohl wird mit der Bildung von Kleinfamilien auch das matrilineare Erbrecht, ein Kernstück des "Adat", allmählich unterhöhlt. Parallel zum veränderten Erbrecht verändern sich auch die Wohnbedingungen. Während in der traditionellen Gesellschaft der Wohnsitz der Frauen matrilokal und der von den Männern duolokal war (Metje 1995, 44), hat sich dies deutlich zu einer Kombination aus matrilokalem Wohnsitz bei Herausbildung einer Kleinfamilie umgestaltet.
Die Sage heißt, Islam stieg auf von den Küsten, "Adat" stieg herunter von den Bergen und habe dann eine friedliche Koexistenz bewirkt. Inwieweit dies eine konfliktreduzie-rende Theorie ist, die der Wirklichkeit nicht entspricht, läßt sich nur anhand einzelner Indikatoren überprüfen. Die schriftlich kodifizierten Normen von "Adat" und Islam, das "tambo" und der Koran, lassen zumindest viel Interpretationsraum (vgl. Metje 1995, 65) und werden von dem Minangkabau oft situationsadäquat als Legitimierungs-quelle herangezogen. Dennoch ist der Islam eine - nicht nur an den in Indonesien gemäßigt praktizierten - Bekleidungsvorschriften für Frauen ablesbare zentrale kulturell bedeutsame Macht geworden.

Literatur:
BENAD, ANNETTE: Grüne Revolution in Westsumatra. Saarbrücken 1982
CHADWICK, R.J.: Matrilineal Inheritance and Migration. In: Indonesia 1991, No. 51, 47-81
CORDES, HILTRUD: Pencak Silat. Die Kampfkunst der Minangkabau und ihr kulturelles Umfeld. Phil. Diss. Köln 1990
GÖTTNER-ABENDROTH, HEIDE: Das Matriarchat II.1. Stammesgesellschaften in Ostasien, Indo-nesien und Ozeanien. Stuttgart - Berlin - Köln 1991 (2)
GURA, SUSANNE: Die sozioökonomische Rolle der Frauen in der ländlichen Entwicklung Westsumat-ras. Fort Lauderdale - Saarbrücken 1983
JOSSELIN DE JONG, P.E.: Minangkabau and Negri Sembilan. Den Haag 1952
KAISER, ASTRID: Interaktionen und Wertvorstellungen von Mädchen und Jungen in einer matrilinea-ren Kultur. Hamburg: Dr. Kovac 1996
LENZ, ILSE: Geschlechtersymmetrie als Geflecht von Frauen- und Männermacht: Zu den Minangka-bau in der vorkolonialen Epoche. In: LENZ, ILSE/LUIG, UTE (Hg.): Frauenmacht ohne Herrschaft. Geschlechterverhältnisse in nichtpatriarchalischen Gesellschaften. Berlin 1990, 280-305
METJE, UTE: Zwischen Adat und Islam: Eine Analyse des Krankheitsverhaltens bei den Minangka-baufrauen. Hamburg 1988
METJE, UTE/MESTERHARM, SUSANNE: Der Traum vom Matriarchat. Begegnung mit den Mi-nangkabau-Frauen in Westsumatra. In: DÖRFLER, ANNELI u.a. (Hg.): ...dazwischen liegen Welten. Frauenstudienvorhaben in Afrika, Asien und Lateinamerika. Fort Lauderdale - Saarbrücken 1988, 59-72
METJE, UTE: Die starken Frauen. Gespräche über Geschlechterbeziehungen bei den Minangkabau in Indonesien. Frankfurt - New York 1995
SCHOLZ, ULRICH: Minangkabau. Die Agrarstruktur in Westsumatra und Möglichkeiten ihrer Ent-wicklung. Geographisches Institut der Justus Liebig-Universität Gießen 1977