Methoden und Lernwege im Sachunterricht

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Zeit: Do 8 - 10,
Raum: A01 1-013 (Didakticum Sonderpädagogik)
Leitung: Astrid Kaiser

Aktuell

die Seiten des Selbstbeurteilungsbogens der Victoria Park School aus Birmingham sind im Webalbum zu finden.

 

Kommentar

In dieser Veranstaltung wird ein Überblick über mögliche Methoden und Lernwege im Sachunterricht gegeben.

Dabei sollen in enger Zusammenarbeit mit einer Schule verschiedene Wege des Lehrens und Lernens im Sachunterricht erprobt werden. In der ersten Sitzung werden verschiedene didaktisch-methodische Möglichkeiten bei einem Unterrichtsgegenstand im Selbstexperimen erprobt.
Es werden beispielhaft 4 Methodenkonzepte im Sachunterricht analysiert und erprobt:
•    Methoden der Präsentation
•    Methoden des Erfahrungsgewinns
•    Methoden des subjektiven Ausdrucks
•    Methoden des übergreifenden Handelns
Als Grundlage für das Seminar dienen verschiedene Lernkonzepte des Sachunterrichts, u.a.:
•    Lernen durch Sammeln und Ordnen
•    Lernen durch Staunen und Fragen
•    Lernen durch Entdecken
•    Lernen durch Experimentieren
•    Lernen durch Erkunden
•    Lernen durch Wahrnehmen
•    Lernen durch Lernen des Lernens
Diese verschiedenen theoretischen Lernkonzepte für den Sachunterricht werden sowohl als Selbsterfahrungsexperiment wie in ihren theoretischen Schattierungen betrachtet.
Abschließend sollen gemeinsam differenzierte Handlungsmaterialien zu einem ausgewählten Unterrichtsprojekt in der Lernwerkstatt erarbeitet und in der Schule erprobt werden.

Als Inhalte sind geplant:

 


Literaturgrundlage

Bönsch, Manfred/ Kaiser, Astrid: Methoden – kreativ und vielseitig, Baltmannsweiler 2002
Hempel, Marlies: Lernwege der Kinder, Baltmannsweiler 2002
(2.)

Verfahrensweise


In diesem Seminar sollen zu jeder Sitzung Gegenstände für Lernexperimente mitgebracht werden; die Möglichkeit, an der Grundschule Friedrichsfehn kleine unterrichtliche Erprobung von Lehren und Lernen an Beispielen vorzunehmen, ist gegeben

Seminarplan

22.4.   
Lehrexperiment: ein Lehrgegenstand (Apfel) – verschiedene Methoden    Vorbesprechung des Seminarplans, Verteilung der Aufgaben
29.4.   
methodisches Lernen im Sammeln und Ordnen    Gruppenarbeit und Diskussion
6.5.  
 Lernen durch Staunen und Fragen    Gruppenarbeit und Diskussion
13.5.   
Lernen durch Entdecken, Vorbereitung: Sascha Kwaschnik, Mareen Holthogt, Maike Schoone,    Gruppenarbeit und Diskussion
27.5.   
Lernen durch Erkunden (Exkursion evtl. an einem anderen Termin)  Christin Schröter und
Nicole  XY Gruppenarbeit und Diskussion
3.6.   
Lernen durch Experimentieren  Vorbereitung: Christina Luttermann, Kathrin Heesemann, Gesa Lübben,   Gruppenarbeit und Diskussion
10.6.  
 Lernen durch Wahrnehmen, Vorbereitung Thomas Hildebrandt, Christina Oed,    Gruppenarbeit und Diskussion
17.6.   
Lernen durch Lernen des Lernens, Vorbereitung Thomas Kranich,   Gruppenarbeit und Diskussion
24.6.   
Methoden der Präsentation
Erklärungstext, Information durch Sachunterrichtserzählung    Gruppenarbeit und Diskussion
1.7.   
Methoden des Erfahrungsgewinns  (Frank Haarmann, Christian Best)
Experiment, Beobachtung, Interview    Gruppenarbeit und Diskussion
8.7.   
Methoden des subjektiven Ausdrucks:
Bild, Zeichnung, Geschichte, Standbild, Klang …    Gruppenarbeit und Diskussion
15.7.
Methoden des übergreifenden Handelns
Projektdokumentation    Vorbereitung: Frank Wooßmann, Gruppenarbeit und Diskussion

Für jede Seminarsitzung ist der folgende Rhythmus vorgesehen:
1)    Fallbesprechung; 2) Erfahrungsbeispiel zu einem Lernweg 3) Diskussion


Vorbereitende Literatur/ Seminargrundlage:

Bönsch, Manfred/Kaiser, Astrid: Methoden – kreativ und vielseitig. Baltmannsweiler 2002
Hempel, Marlies: Lernwege der Kinder. Baltmannsweiler 1999


vertiefende Literatur

Aebli, Hans: Denken: Das Ordnen des Tuns. Bd. 1 und 2. Stuttgart 1980/81
Aebli, Hans: Grundlagen des Lehrens. Stuttgart 1987
Aepkers, Michael/Liebig, Sabine (Hg.): Entdeckendes, Forschendes, Genetisches Lernen. Basiswissen Pädagogik Band 4. Baltmannsweiler 2002
Apel, Hans-Jürgen: Präsentieren - die gute Darstellung. Basiswissen Pädagogik Band 3. Baltmannsweiler 2002
Beck, Erwin / Guldimann, Titus / Zutavern, Michael: Eigenständig lernende Schülerinnen und Schüler. In: Beck, Erwin / Guldimann, Titus / Zutavern, Michael (Hg.): Eigenständig lernen. St. Gallen 1996, 15-58
Blumenstock, Leonhard (Herausgeber): Regionaler grenzüberschreitender Sachunterricht. Beltz: Weinheim 1999
Bönsch, Manfred/Kaiser, Astrid (Mitarb.): Unterrichtsmethoden - kreativ und vielfältig. Basiswissen Pädagogik Band 1. Baltmannsweiler 2002
Bönsch, Manfred: Beziehungslernen. Pädagogik der Interaktionen. Basiswissen Pädagogik Band 2. Baltmannsweiler 2002
Brügelmann, Hans: Kinder lernen anders. Lengwil 1998
Carre, Clive/Ovens, Carrie: Science 7-11.Developing primary teaching skills. London 1994
Cech, Diethard/Feige, Bernd/Kahlert, Joachim/Löffler, Gerd/Schreier, Helmut/Schwier, Hans-Joachim/Stoltenberg, Ute (Hrsg.): Die Aktualität der Pädagogik Martin Wagenscheins für den Sachunterricht. Heilbrunn: Klinkhardt 2001
Ehlers, Christina: Durch die Vergangenheit in die Zukunft. Frankfurt: Lang 1989
Elschenbroich, Donata / Antje Kunstmann:  Weltwissen der Siebenjährigen. Wie Kinder die Welt entdecken können.  München 2001
Feldhaus, Clemens: Lernen mit allen Sinnen. Hamburg 1995
Fischer, Hans-Joachim: Grundschule – Vermittlungsschule zwischen Kind und Welt. Heilbrunn: Klinkhardt 2002
Funke, Edmund/Rihm, Thomas (Hg.): Subjektsein in der Schule? Eine pädagogische Auseinandersetzung mit dem Lernbegriff Klaus Holzkamps. Klinkhardt: Bad Heilbrunn 2000
Gudjons, Herbert: Methodik zum Anfassen. Klinkhardt: Bad Heilbrunn 2000
Hempel, Marlies (Hg.): Lernwege der Kinder. Grundlagen der Schulpädagogik. Band 29. Baltmannsweiler: Schneider 1999
Hinrichs, Wolfgang/Bauer, Herbert (Hg.): Zur Konzeption des Sachunterrichts in der Grundschule. Donauwörth: Auer 2000
Holt, John: Kinder lernen selbstständig. Weinheim und Basel: Beltz 1999
Holzkamp, Klaus: Lernen. Subjektwissenschaftliche Grundlegung. Frankfurt a.M. 1993.
KAISER, ASTRID: Anders lehren lernen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 1999
Klafki, Wolfgang/Brockmann, Johanna-Luise: Geisteswissenschaftliche Pädagogik und Nationalsozialismus. Beltz 2002
Klafki, Wolfgang: Schultheorie, Schulforschung und Schulentwicklung. Weinheim 2002
Klippert, Heinz; Müller, Frank: Methodenlernen in der Grundschule. Weinheim [u.a.] : Beltz, 2003
Krieg, Elsbeth (Hg.): Hundert Welten entdecken. Essen: Neue Deutsche Schule. Essen 1993.
Krieg, Elsbeth: Lernen von Reggio. Lage: Verlag Hans Jacobs 2002
Kuckartz, Udo: Umweltbewusstsein in Deutschland 2000. Stuttgart: Leske + Budrich 2002
Kükelhaus, Hugo/Zur Lippe, Rudolf: Entfaltung der Sinne. Frankfurt 1982.
Laging, Ralf (Hg.): Altersgemischtes Lernen in der Schule. Grundlagen der Schulpädagogik. Band 28. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 1999
Lenzen,  Dieter/Emer, Wolfgang: Projektunterricht gestalten - Schule verändern.  Basiswissen Pädagogik Band 6. Baltmannsweiler 2002
LÜCK, GISELA: Leichte Experimente für Eltern und Kinder Freiburg im Breisgau: Herder Verlag, 2000.
LÜCK, GISELA; DEMUTH, REINHARD: Naturwissenschaften im frühen Kindesalter. In: CHEMKON 5, 1998. Nr. 2.
Mann, Iris: Lernen können ja alle Leute. Beltz: Weinheim 1999
Maras, Rainer: Unterrichtsgestaltung in der Grundschule heute. - 1. Aufl. - Donauwörth : Auer 1982
Meschenmoser, Helmut: Lernen mit Mutimedia und Internet. Basiswissen Pädagogik Band 5.Baltmannsweiler 2002
Moll, Andrea: Was Kinder denken. Bad Schwalbach: Wochenschau Verlag 2001
Nuding, Anton: Die Kinder stärken. Schneider Verlag Hohengehren (März 2001)
Nuding, Anton: Leistungsbeurteilung im Sachunterricht. Schneider Verlag Hohengehren (Januar 2004)
Peterßen, Wilhelm: Kleines Methoden-Lexikon. München: Oldenbourg Verlag 1999.
Petillon, Hanns (Hrsg.): Individuelles und soziales Lernen in der Grundschule. Stuttgart: Leske + Budrich 2002
Pfeiffer, Silke: Philosophieren in der Grundschule? Versuch der Fundierung eines neuen Unterrichtsfaches. In: Kaiser, Astrid (Hg.): Pädagogische Schriften Band 11.  Göttingen: Duehrkohp&Radicke 2002
Piaget, Jean: Der Aufbau der Wirklichkeit beim Kinde. Stuttgart: Klett Cotta 1974
Prengel, Annedore: Pädagogik der Vielfalt. Opladen 1993.
Ragaller, Sabine: Sachunterricht. Donauwörth: Auer 2001
Raupach-Strey, Gisela: Sokratische Didaktik. Münster: Lit 2002
Reeken, Dietmar von: Handbuch Methoden im Sachunterricht. Baltmannsweiler 2003
Scholz, Gerold: Kinder lernen von Kindern. Baltmannsweiler: Schneider 1996
Stern, Elsbeth u.a.: Die Nutzung graphisch-visueller Repräsentationsformen im Sachunterricht. In: Spreckelsen, Kay u.a. (Hg.): Ansätze und Methoden empirischer Forschung zum Sachunterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt 2000
Stoltenberg, Ute: Nachhaltigkeit lernen mit Kindern. Wahrnehmung, Wissen, und
Teiwes, Kirsten: Evaluation des Konzepts der Regional ökologischen Sachunterrichtssammlung (RÖSA) für Kinder mit Lernbeeinträchtigungen im Grundschulalter. Göttingen: Duehrkohp & Radicke 2001
Voigt, Heide Marie: Die verkopfte Schule. Kleine Schritte zu einer 'anderen' Schule. Stuttgart. Klett-Cotta  2002
Winter, Felix: Leistungsbewertung – Eine neue Lernkultur braucht einen anderen Umgang mit den Leistungen der Schäler. Band 49. Schneider Verlag: Baltmannsweiler 2004
ZIMMER, RENATE: Handbuch der Sinneswahrnehmung. Freiburg 1995

Auswahlliteratur

Methoden des Erfahrungsgewinns

Aepkers, Michael/Liebig, Sabine (Hg.): Entdeckendes, Forschendes, Genetisches Lernen. Basiswissen Pädagogik Band 4. Baltmannsweiler 2002
Bönsch, Manfred/ Kaiser, Astrid (Mitarb.): Unterrichtsmethoden - kreativ und vielfältig. Basiswissen Pädagogik Band 1. Baltmannsweiler 2002
Soostmeyer In: Hempel, Marlies (Hg.): Lernwege der Kinder.  Baltmannsweiler: Schneider 1999.
 LÜCK, GISELA: Leichte Experimente für Eltern und Kinder Freiburg im Breisgau: Herder Verlag, 2000.
 Peterßen, Wilhelm: Kleines Methoden-Lexikon. München: Oldenbourg Verlag 1999.
einzelne Artikel in: Reeken, Dietmar von: Handbuch Methoden im Sachunterricht. Baltmannsweiler 2003

 

Lernen durch Sammeln im Sachunterricht

 

1. Erste Zugriffe zu Sammlungsobjekten

Jedes einzelne Stück ist bedeutsam
Sammeln von Gleichartigem: Kategorisierung
Sammeln als individuelles Glück: emotionale Bedeutung der Objekte

2.    Sammeln und Ordnen unter wissenschaftspropädeutischen Gesichtspunkten

- Sammeln und Ordnen
- Sortieren in Gruppen
- Einteilung in Kategorien
- Bestimmung der Zugehörigkeit zu Art, Gattung o.a.
=> Systematisieren von Welt

3.    Sammeln und Ordnen als ästhetischer Zugang


-Müllkunstwerk (Collage, Puppenhaus, Skulptur o.a.)
-Müllgeschichte
-Theaterstück
-philosophisches Gespräch ...

4.    Der historiographische Zugang:

 
Was haben die Menschen früher mit ihrem Müll gemacht?
Warum gab es früher keinen Müll? Wie war der Joghurt denn früher verpackt?
Woraus besteht unser Müll?
Wie groß sollen die Müllberge in 100 Jahren denn sein? ...

5.    Der journalistische Zugang:

 
Wohin kommt unser Müll?
Welche Möglichkeiten der Müllverwertung und Müllwiederaufbereitung gibt es?
Wird der Sondermüll umweltschonend entsorgt?
Was kostet uns unser Müll?
Das Pro und Contra zur Müllverbrennung.
Die neue Müllverordnung in unserem Landkreis. ...
Lernziel: Feststellung der Fakten / Recherchieren von Angaben / Auseinandersetzung mit
Argumenten / Konzeption einer Ausstellung

Fragen beim Sammeln

Wie kann ich Wissen überprüfen ?
Kann ich die  Entstehung von Wissen nachvollziehen?
Aus welchem Vorverständnis heraus betrachte ich bestimmte Dinge (Kultur, subjektives Vorwissen, zeitliche Nähe...) ?
Sind Dinge aus ihrer Zeit heraus zu erklären ?        

Staunen



„...Staunen, der Anfang alles Philosophierens und der Menschwerdung überhaupt.“ (Ingeborg Bachmann 1980)

Vier Möglichkeitsfelder des Staunens:



1.    Das Staunen über das Extreme
2.    Das Staunen über das Unscheinbare
3.    Das Staunen durch Verfremdung
4.    Das Staunen durch Entdecken und Erfinden

Die Ambivalenz des Staunens



a)    Staunen mit erkenntnisfördernder Wirkung
- Kognitiver Prozess der zum Begreifen und Verstehen führt

b)    Staunen mit erkenntnishemmender Wirkung
- Festsetzung von unkritischer vordergründiger Fazination

Möglichkeiten zur Entwicklung einer Fragekultur



•    Nicht nur Wortmeldungen beitragen, wenn man die richtige Antwort weiß
•    Zum Fragen ermutigen und das Staunen sorgsam pflegen durch z.B.:

o    Projektorientierten Unterricht
o    Entdeckendes Lernen
o    Gedankenexperimente
o    Philosophieren mit Kindern

•    Schaffung einer Fragekultur, die nicht zur Monokultur wird

Lernen durch Staunen. Varianten:


1)    Originalbegegnung mit dem Staunenswerten
Das Objekt selbst ist im Mittelpunkt, ohne Worte, offener Gesprächsanfang

2)    Kontrast
Zwei oder mehrere ähnliche Objekte regen durch den Vergleich – durch ähnliches und Kontraste – zum Denken an; gelenkter Gesprächsanfang

3)    Verstecktes Objekt
Unter einer Decke wird ein Objekt versteckt, die Kinder sollen überlegen und raten, um was es sich handeln

4)    Verfremdung
Ein bekannter Gegenstand wird durch Verfremdung zu einem staunenswerten Objekt


5)    Staunen im Kontext
Das Objekt wird durch begleitende Erzählung als Staunenswert vermittelt, z.B. Fundort, Bedeutung im eigenen Leben, gemachte Erfahrungen


6)    Problempräsentation
Das Objekt wird durch begleitende Erklärungen zum Sinn, Verwendung, Herkunft … zum Staunen

     
                                                           

Lernen durch Entdecken:

 

Analyse des Lernbegriffes:


1.    Aktives, entdeckendes Lernen – Wissen und Lernen wird selbst konstruiert

2.    Rezeptives, aufnehmendes Lernen – Wissen wird in angebotene Verfahren übernommen


Beziehungen zwischen neuem Wissen und bestehendem Wissen


1.    Neues Wissen wird mit bereits bestehendem organisiert. - Es wird in ein bestehendes Netzwerk aus Beziehungen eingebaut.

2.    Neues Wissen wird auswendig gelernt. – Es liegt unvermittelt/ beziehungslos neben vorhandenem.

Induktives Lernen:


•    Der Lernende erarbeitet exemplarische Beispiele, um eine Regel/ Prinzip zu finden, die hilft Wissen zu vereinheitlichen.


Deduktives Lernen:


•    Der Lernende konstruiert Strukturen/ Regeln, um sie an passenden Beispielen/ Einzelfällen anzuwenden.


„Ein Schüler also, der selbstständig entdeckt, Probleme findet und löst, lernt Informationen so zu verwenden und umzuorganisieren, dass sie zur Beantwortung der Frage tauglich werden.“
(Michael Soostmeyer 2002)

Die fünf Schritte nach Dewey:


1.    Man begegnet einer Schwierigkeit.

2.    Man lokalisiert und präzisiert das Problem.

3.    Man sucht nach einem Lösungsansatz.

4.    Man entwickelt den Lösungsansatz weiter und untersucht Konsequenzen.

5.    Man beobachtet weiterhin und versucht, die Lösung experimentell zu erproben.


Lernen des Lernens

In einem Projekt zum Problem „Eigenständige Lerner“ an der PH in St. Gallen wurden fünf Prinzipien als besonders wirksam herausgearbeitet (Bereiter/Scardamalia 1986, S. 26ff):
1.    Das eigene Lernen beobachten und verstehen lernen. (Arbeitsheft = monitoring)
2.    Durch Beobachten anderer Arbeits- und Lernmodelle sein eigenes Vorgehen modifizieren und optimieren. (Ausführungsmodell = modeling)
3.    Gemeinsam Lernarbeit leisten und aus den gemachten Erfahrungen lernen. (Lernpartner-schaften = evaluation)
4.    Die Wirksamkeit der individuellen und der gemeinsamen Lernarbeit überprüfen. (Arbeits-rückschau = reflection)
5.    Arbeits- und Lernerfahrungen mit anderen besprechen, verarbeiten und voneinander ler-nen. (Klassenkonferenzen = conferencing)

Eine weitere Form, die in dieser Untersuchung nicht unterschieden wurde, muss hier noch angefügt werden, nämlich das Scaffolding.
Scaffolding ist ein methodischer Ansatz des effektiven Lernens, der in Australien (Cumming 2000) bei der Entwicklung der Lesefähigkeit im Rahmen von Programmen für Aborigines eingesetzt wird. Der Grundgedanke ist es dabei, anspruchsvolle Aufgaben anstelle einfacher repetitiver zu bearbeiten, aber den Lernenden durch Reflexion und Gerästbildung in Koopera-tion mit den Lehrenden eine Einordnung des zu Lernenden anzubieten. Die Evaluationsergeb-nisse belegen die Nachhaltigkeit dieser Methode.

Aus: Kaiser, Astrid: Lernen des Lernens. In: Kaiser, Astrid/Pech, Detlef: Basiswissen Sachunterricht Band 4. Baltmannsweiler 2004

In England: Selbst-Evaluation der Kinder

die Seiten des Selbstbeurteilungsbogens der Victoria Park School aus Birmingham sind imWebalbum zu finden.

Methoden der Präsentation

Forschungsergebnisse:

•    Behaltensvorteile für Text-Bild-Kombinationen
•    Gut strukturierte Abbildungen fördern Informationsverarbeitung und erleichtern die Reproduktion des Wissens
•    Visualisierung muss auf Sache konzentrieren und nicht ablenken
•    Strukturierte Begriffsgrafiken können Informationsverarbeitung unterstützen
•    Vorwissen ist eine zentrale Voraussetzung, um Visualisierungen zu entziffern und nutzen
•    Kognitive Fähigkeiten vorausgesetzt

Nach Apel: Präsentieren – die gute Darstellung. Baltmannsweiler 2002

Kriterien für gute Methoden der Präsentation


•    Fokussierung
•    Vergrößerung
•    Verfremdung
•    Entgrenzung
•    Kontrastierung
•    Subjektives Erlebnis
•    Sinneserfahrung
•    Verkappte Sinneserfahrung
•    Eigenaktivität
•    Belebung
•    Modellbildung
•    Originalbegegnung


nach Kaiser, in: Bönsch, Manfred/ Kaiser, Astrid (Mitarb.): Unterrichtsmethoden - kreativ und vielfältig. Baltmannsweiler 2002


Wahrnehmungskanäle