Veranstaltung für das Lehramtsstudium im Fach Sachunterricht
geöffnet für Magisterstudium Nebenfach Frauen- und Geschlechterstudien
Teilgebiet 2 oder 8
2 SWS
3 ECTS
Mo 14-16 Uhr (Achtung, neuer Termin, dieser gilt!!!!!)
S2 206 (Sporttrakt) (Achtung, neuer Raum)
Veranstaltungsüberblick
In dieser Veranstaltung wird ein Überblick über wissenschaftliche Untersuchungen zur Geschlechterdifferenz und den Geschlechterverhältnissen gegeben.
Momentan sind trotz aller Egalisierungsansprüche deutliche Diskrepanzen zu finden. So nimmt der Jungenanteil in Sonderschulen und Hauptschulen, bei Klassenwiederholungen und Verhaltensauffälligkeiten zu. Bei guten Noten haben die Mädchen längst die Jungen überrundet.
Themen wie Interaktionen, Sprache, Schulbuchkritik, naturwissenschaftliche Kompetenz und kulturvergleichende Studie stehen im Mittelpunkt.
Anschließend werden verschiedene didaktische Handlungskonzepte analysiert und auf Praxisperspektiven hin überprüft.
Im abschließenden Transfer sollen am Beispiel des Ansatzes des sozialen Lernens bei Jungen und Mädchen verschiedene Praxismodelle unterschieden werden. Insbesondere für die Praxis transferierbare theaterpädagogische Methoden sollen umgesetzt werden. In Arbeitsgruppen soll jeweils ein Ansatz für die Praxis an Sonder- und Grundschulen ausgearbeitet werden und dort erprobt werden.
Vorbereitende Literatur:
Kaiser, Astrid (Hg.): Praxisbuch Mädchen- und Jungenstunden. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2001
Vertiefungsliteratur
siehe unter Seminar MädchenstundenNeue Vertiefungsliteratur:
Michalek, Ruth: Jungen sprechen über Schule. Analyse von Interaktionsstrukturen und doing gender - Prozessen in Gruppendiskussionen mit Grundschülern. In : Kuhn, Hans-Werner (Hg.): Studieren und Forschen Qualitative Methoden in der Lehrerbildung. Herbolzheim: Centaurus 2004Jahnke-Klein, Sylvia: Chancengleichheit für Mädchen und Jungen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht. In: Hellmich, Frank (Hrsg.): Lehren und Lernen nach IGLU – Grundschulunterricht heute. Oldenburg- DIZ 2005, S. 117-132
Kaiser, Astrid: Erwerb naturwissenschaftlicher Kompetenz in der Grundschule. In: Hellmich, Frank (Hrsg.): Lehren und Lernen nach IGLU – Grundschulunterricht heute. Oldenburg- DIZ 2005, S. 165-179
Malz-Teske, Regina/Reich-Gerick, Hannelore: Frauen und Schule. Gestern – heute – morgen. Dokumentation zum 13. Bundeskongress Frauen und Schule in Hamburg. Bielefeld: Kleine Verlag 2004
Zeit: Mo 14 – 16 Raum: S2 -206 Form: Seminar
Verlaufsplanung
11.04. Semesterplanung; Einführung aus dem FabrikbildprojektMind map: typisch männlich – typisch weiblich – gibt es heute noch Stereotype?
18.04. Schulbuchanalyse von Sachunterrichtsbüchern
(Fichera)
25.04. Untersuchungen zu Kommunikationsstilen (D. Tannen: Du kannst mich einfach nicht verstehen) (Vorbereitung vergeben an Tina Zierleyn, Swantje Becker, Heike Niehaus)
2.05. Unterrichtsinteraktionen
(Enders-Dragässer-Fuchs)
9.05. Naturwissenschaftlich-technische Kompetenzen (Lit für alle: Jahnke-Klein, Hofmann) Vorbereitung: Hendrik Sprehe und Annika Riemer
23.05. Lernvoraussetzungen von Mädchen und Jungen für den Sachunterricht (Kaiser) (Vorbereitung: Jeelka Richter und Tina Hoppe)
30.05. Geschlechterverhältnisse und Differenzen in anderen Kulturen: Das Beispiel einer matrilinearen Kultur auf Sumatra (Kaiser)
06.06. Rituale in Mädchenstunden -die Praxisbeispiele von Maria Wigger Vorbereitung: evtl. kristina Herweg
13.06. Interaktionsübungen in Mädchenstunden - Praxisbeispiele nach Wigger
20.06. Jungenstunden mit gezielten Anregungen nach den Vorschlägen von Boldt, Tiarks u.a. Präsentation zum Thema Tierreich von Gabriele Seemann, Svenja Krohnsnest, Birgit Hollmann und Vera Frerich
27.06. Jungenstunden als Arbeit an Biografien - der Ansatz von Detlef Pech
04.07. Normen des Umgangs: Vergleich der Konzepte von Mädchen- und Jungenarbeit (patriarchatskritisch, kompensatorisch, konstruktivistisch, defizitorientiert); Entwicklung einer eigenen Theaterszene für die Praxis
11.07. Ergebnisse des niedersächsischen Schulversuchs zur geschlechtergerechten Grundschule; Analyse von Praxismaterial zur Mädchen- und Jungenthematik
Grundlegende Literatur:
Kaiser, Astrid (Hg.): Praxisbuch Mädchen- und Jungenstunden. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2001Kaiser, Astrid: Sachunterricht aus der Gender-Perspektive. In: Kaiser, Astrid/ Pech, Detlef (Hg.): Integrative Zugangsweisen für den Sachunterricht. Baltmannsweiler: Schneider 2004, Basiswissen Sachunterricht Band 3. S. 146-168
Lit Thema Kommunikationsstile:
Tannen, Deborah: Du kannst mich einfach nicht verstehen. Warum Männer und Frauen aneinander vorbeireden. Hamburg 1991.Trömel-Plötz, Senta: Frauengespräche: Sprache der Verständigung. In: von Lutzau, Mechthild (Hrsg.): Frauenkreativität macht Schule. Weinheim 1998, S. 23-38.
Kaiser, Astrid: Sprache im Sachunterricht. In: Basiswissen Sachunterricht Band 4. Baltmannsweiler 2004
Kaiser, Astrid: Einführung in die Didaktik des Sachunterrichts, Baltmannsweiler 2004, S. 216-219 (Kommunikationsempfehlung NLP)
Weiterführende Litereratur Kommunikation
Richter, Sigrun/Brügelmann, Hans (Hrsg.): Mädchen lernen anders lernen Jungen. Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Spracherwerb. Konstanz 1994.
Richter, Sigrun: Mädchen- und Jungeninteressen beim Schreiben und Lesen. In: Grundschule, 31. Jg. 1999, Heft 12, S. 38-40.
Richter, Sigrun: Unterschiede in den Schulleistungen von Mädchen und Jungen. Regensburg 1996.
Röhner, Charlotte: Kindertexte im reformorientierten Anfangsunterricht. Baltmannsweiler 1997 (Diss Halle 1996).
Skinningsrud, Tone: Mädchen im Klassenzimmer: Warum sie nicht sprechen. In: Frauen + Schule, 3. Jg. 1984, Heft 5, S. 21-23.
Spender, Dale: Frauen kommen nicht vor. Frankfurt a.M. 1985.
Spitta, Gudrun: Chancengleichheit für Mädchen und Jungen? In: Grundschulzeitschrift, 93. Jg. 1996, Heft 9, S. 8-13.
Lit Geschlecht und Naturwissenschaft/Technik
BEERMANN, LILLY u.a.: Mathe: nichts für Mädchen? Bern 1992
BREHMER, ILSE u.a.: Mädchen, Macht und Mathe. Düsseldorf 1989
FAULSTICH-WIELAND, HANNELORE: Kooperationsverhalten geschlechtsspezifische Unterschiede im Umgang mit Computern. In: Computer und Unterricht 1992, S. 34-36
FAULSTICH-WIELAND, HANNELORE: Technikdistanz von Mädchen? In: HORSTKEMPER, MARIANNE/WAGNER-WINTERHAGER, LUISE: Mädchen und Jungen, Männer und Frauen in der Schule. Weinheim 1990, S. 110- 125
GUTSCHE, EDITH: Mädchen und Naturwissenschaft. In: GROHN-MENARD, CHRISTIN/GRONEBERG, CAREN (Hg.): Frauen und Schule im offenen Raum. Bielefeld 2000, S. 147-150
HANNOVER, BETTINA/BETTGE, SUSANNE: Mädchen und Technik. Göttingen 1993
HANNOVER, BETTINA: Spontanes Selbstkonzept und Pubertät. Zur Interessenentwicklung von Mädchen koedukativer und geschlechtshomogener Schulklassen. In: Bildung und Erziehung, 45. Jg. 1992, Heft 1, S. 31-46
HOFFMANN, LORE/LEHRKE, MANFRED: Eine Untersuchung über Schülerinteressen im Fach Physik. In: Zeitschrift für Pädagogik, 32. Jg. 1986, Heft 2, S. 189- 204.
HOFFMANN, LORE: Die Interessen von Schülerinnen an Physik und Technik. In: Die Realschule, 97. Jg. 1989, Heft 5, S. 201-205
HOFFMANN, LORE: Mädchen im naturwissenschaftlichen Unterricht. Ansatzpunkte zur Verwirklichung der Chancengleichheit für Mädchen. In: In Niedersachsen Schule machen. Beispiele, 15. Jg. 1997, Heft 2, S. 42-47.
HOFFMANN, LORE u.a.: An den Interessen von Jungen und Mädchen orientierter Physikunterricht. Ergebnisse eines BLK-Modellversuches. Kiel 1997
HOFFMANN, LORE: Mädchen und Naturwissenschaft/Technik - eine schwierige Beziehung In: PFISTER, GERTRUD/VALTIN, RENATE: MädchenStärken. Probleme der Koedukation in der Grundschule. Frankfurt 1993, S. 114-123
Jahnke-Klein, Sylvia: Sinnstiftender Mathematikunterricht mit Mädchen und Jungen. Grundlagen der Schulpädagogik. Band 40. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2001
KAISER, ASTRID: Von Mondphasen und Schmetterlingen. Technikkompetenz von Mädchen im 19. Jahrhundert. In: Päd.extra, 22. Jg. 1994a Heft 3, S. 13-16
KELLER, CARMEN: Geschlechterdifferenzen in der Mathematik: Prüfung von Erklärungsansätzen. Dissertation Universität Zürich 1998
Ursula Kessels: Undoing Gender in der Schule. Weinheim 2002
LANDWEHR, BRUNHILD: Naturwissenschaft und Technik in der Grundschule - Problemfeld der Lehrerinnen? In: Frauen und Schule, 4. Jg. 1985, Heft 8, S. 14- 17.
NYSSEN, ELKE/KAMPSHOFF, MARITA: Wie Technik zur Mädchensache wird. In: KAISER, ASTRID (Hg.): FrauenStärken - ändern Schule. Bielefeld 1996, S. 195-200
NYSSEN, ELKE: Mädchenförderung in der Schule. Weinheim - München 1996
REINEKE, VERA/SEEFELDT, DIETER (Bearb.): Naturwissenschaften für Mädchen und Jungen (Physik und Chemie). In: Beispiele - In Niedersachsen Schule machen, 15. Jg. 1997, Heft 2, S. 40-41
RICHTER, SIGRUN: Unterschiede in den Schulleistungen von Mädchen und Jungen. Regensburg 1996
SROCKE, BETTINA: Mädchen und Mathematik. Wiesbaden 1989
THIES, WILTRUD/Röhner, Charlotte: Erziehungsziel Geschlechterdemokratie. Weinheim 2000
Jahnke-Klein, Sylvia: Chancengleichheit für Mädchen und Jungen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht. In: Hellmich, Frank (Hrsg.): Lehren und Lernen nach IGLU – Grundschulunterricht heute. Oldenburg- DIZ 2005, S. 117-132
Kaiser, Astrid: Erwerb naturwissenschaftlicher Kompetenz in der Grundschule. In: Hellmich, Frank (Hrsg.): Lehren und Lernen nach IGLU – Grundschulunterricht heute. Oldenburg- DIZ 2005, S. 165-179
Lit: Lernvoraussetzungen von Mädchen und Jungen
BasisliteraturKAISER, ASTRID: Lernvoraussetzungen von Mädchen und Jungen für sozialwissenschaftlichen Sachunterricht. 2. Auflage Oldenburg (ZpB-Verlag) 1996
Kaiser, Astrid: Zukunftsbilder von Kindern der Welt. Baltmannsweiler 2003
Hempel, Marlies: Zur Bedeutung des Vorwissens der Mädchen und Jungen im Anfangsunterricht des sozialwissenschaftlichen Sachunterrichts. In: Kaiser, Astrid/ Pech, Detlef. Lernvoraussetzungen und Lernen im Sachunterricht. Band 4 Basiswissen Sachunterricht. Baltmannsweiler 2004, S. 38-44
Milhoffer, Petra: Körper und Sexualität – was Mädchen und Jungen in der Grundschule beschäftigt. In: Kaiser, Astrid/Pech, Detlef. Lernvoraussetzungen und Lernen im Sachunterricht. Band 4 Basiswissen Sachunterricht. Baltmannsweiler 2004, S. 76-83
Lit Jungenstunden
Boldt, Ulrich: Jungen stärken. Baltmannsweiler 2005vertiefend:
Kaiser, Astrid (Hrsg.): "Koedukation und Jungen- Soziale Jungenförderung in der Schule". Deutscher Studienverlag, Weinheim 1997
Michalek, Ruth: Jungen sprechen über Schule. Analyse von Interaktionsstrukturen und doing gender - Prozessen in Gruppendiskussionen mit Grundschülern. In : Kuhn, Hans-Werner (Hg.): Studieren und Forschen Qualitative Methoden in der Lehrerbildung. Herbolzheim: Centaurus 2004
weiterführende Literaturauswahl
Appel, Kathrin: Jungen und Mädchen bauen eine Stadt - und lernen voneinander. In: Pfister, Gertrud/Valtin, Renate (Hrsg.): MädchenStärken. Probleme der Koedukation in der Grundschule. Frankfurt a.M. 1993, S. 124-134.
Burdewick, Ingrid: Schulhofgestaltung, Geschlecht und Raum. In: Grundschule 31. Jg. 1999, Heft 12, S. 35-37.
Flade, Antje/Kustor, Beatrice (Hrsg.): Raus aus dem Haus. Mädchen erobern die Stadt. Frankfurt 1996.
Glumpler, Edith: Kleine Mädchen wollen mehr als die Hälfte - Berufswünsche von Mädchen und Jungen. In: Pfister, Gertrud/Valtin, Renate (Hrsg.): MädchenStärken. Frankfurt a.M. 1993, S. 51-66.
Milhoffer, Petra: Kindheit ist Mädchenkindheit und Jungenkindheit: Kinderrechte - Mädchenrechte, Jungenrechte. In: Carle, Ursula/ Kaiser, Astrid: Rechte der Kinder. Baltmannsweiler 1998, 86-100
Milhoffer, Petra: Wie sie sich fühlen, was sie sich wünschen. Weinheim � München: Juventa 2000
Milhoffer, P.: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Sozialisation und Selbstbilder von Mädchen und Jungen. In: Die Grundschulzeitschrift, 11 (1997) 103, S. 48-51
Nötzel, Renate: Spiel und geschlechtsspezifische Arbeitsteilung. Pfaffenweiler 1987.
VALTIN, RENATE/WARM, UTE (Hg.): Frauen machen Schule. Frankfurt 1985 (aufsatz Kaiser)
PFISTER, GERTRUD/VALTIN, RENATE: MädchenStärken. Probleme der Koedukation in der Grundschule. Frankfurt 1993 (Aufsatz: Kaiser, Glumpler)
Händle, Christa: Kritisch distanziert und sozial engagiert. Politische Bildung von Mädchen in der international vergleichenden Studie Civic education. In: Malz-Teske, Regina/Reich-Gerick, Hannelore (Hrsg.): Frauen und Schule. gestern-heute-morgen. Bielefeld 2004, S. 126-136
Kommunikationsstile
„Ich saß in einem Vorstadtwohnzimmer und hielt einen Vortrag vor einer Gruppe von Frauen. Auch einige Männer waren eingeladen, um das Thema Kommunikation zwischen Männern und Frauen zu diskutieren. Einer der Männer war besonders Gesprächig und gab ständig weitschweifige Kommentare und Erklärungen ab. Als ich anmerkte, dass Frauen sich oft beklagen, weil ihre Ehemänner nicht genug mit ihnen redeten, räumte dieser Mann unaufgefordert ein, dass er aus vollem Herzen zustimme. Er deutete auf seine Frau, die den ganzen Abend schweigend neben ihm auf der Couch gesessen hatte, und sagte: „Sie ist der gesprächigere Teil in unserer Beziehung.“
Alle im Zimmer brachen in ein schallendes Gelächter aus. Der Mann guckte verwirrt und gekränkt: „Es ist wahr“, erklärte er. „Wenn ich von der Arbeit nach hause komme, weiß ich meistens nichts zu erzählen, aber ihr fällt immer etwas ein. Wenn sie nicht wäre, würden wir den ganzen Abend schweigend zusammen sitzen.“
Gesprächsformdifferenzen nach Tannen
Frauen
Beziehungssprache
(= rapport-talk)
Männer
Berichtssprache
(= report-talk)
FRAUEN:
- wollen Gemeinschaft herstellen-
- sprechen dort, wo sie sich „zu hause“ fühlen
- reden bedeutet für sie Interaktion
- „private Gespräche“
MÄNNER:
- wollen Aufmerksamkeit erlangen
- Statusaushandlung:
-Wissen zur Schau stellen
- wollen in den Mittelpunkt rücken
- „öffentliche Gespräche“
Kommunikationsstile von Jungen und Mädchen
• unterschiedliche Erziehung von Mädchen und Jungen
• Mädchen und Jungen drücken Gefühle unterschiedlich aus
Kindergarten
• bereits im Vorschulalter Besonderheiten der Gesprächsstile
• Mädchen setzen sich „selbstverständlich“ gegen Jungen durch
• 4-5Jährige zeigen im verbalen Umgang miteinander bereits Unterschiede
• Mädchen: kooperativ, konfliktreduzierend
• Jungen: Konflikte eskalieren, Ton gebieterisch, Interaktionsabbruch
• mit zunehmendem Alter für Mädchen Kommunikation mit Jungen unbefriedigender
Schule
• Schule für Mädchen und Jungen kein identischer Erfahrungsraum
• in Schulklassen Geschlecht wesentliches Unterscheidungsmerkmal
• geschlechtsspezifische Bewertungen der einzelnen Schulfächer
(Entsprechung gesellschaftlicher Rollenerwartungen)
• Mädchen und Jungen werden von Lehrern nicht geschlechtsneutral behandelt
• geschlechtsspezifisch unterschiedliches Zuwendungsverhalten von Lehrern besonders im SU und in Mathe; geringste Unterschiede im Deutschunterricht
Sicht der Lehrer
Mädchen
positive soziale Kompetenzen: Hilfsbereitschaft, Zurückhaltung, Einfühlungsvermögen, Fähigkeit Konflikte verbal auszutragen- Kritik:
Mangel an Durchsetzungsfähigkeit,
oft zickige und indirekte Art Konflikte auszutragen, Angepasstheit
Jungen
positives Verhalten:Lebendigkeit, Initiative, Durchsetzungsfähigkeit, Fähigkeit Konflikte direkt auszutragen
- Kritik an sozialem Verhalten: Unbeherrschtheit, Rücksichtslosigkeit, Überheblichkeit
(besonders gegenüber Mädchen)
• Fragen (für Lehrer und Praktikanten) zur Einschätzung der Situation in einer Klasse in Bezug auf die geschlechtsbezogene Interaktion:
o Wie groß ist der Anteil an Mädchen und Jungen in der Klasse?
o Welchen Einfluss hat diese Verteilung auf den Unterricht?
o Wer dominiert das Klassengeschehen?
o Wo sitzen die Mädchen, wo die Jungen?
o Wie verstehen sich Mädchen und Jungen untereinander?
o Gibt es Freundschaften oder Feindschaften unter Jungen und Mädchen?
o Was gefällt/stört am Verhalten der Mädchen bzw. an dem der Jungen?
Liste von subjektiven Beobachtungen
Mädchen Jungen
sitzen ruhig sitzen unruhig, zappeln,
sitzen sich gegenüber sitzen fast parallel zueinander
sitzen dichter beisammen
sehen sich direkt an haben kaum Blickkontakt
besprechen persönliche Themen sind häufig Objekte. Bei
Themen persönlichen Themen gibt es einen
Kontrast zwischen Körpersprache
und dem eigentlichen Gespräch.
Im Gespräch werden Ver- Die Gespräch sind geprägt von
bundenheit und Nähe über Statusgedanken, Hierarchie,
Harmonie, Zustimmung,
Anteinahme und Gleichheit Dominanz und Rivalität.
Sie sind bemüht um Symmetrie, Asymmetrien
trotzdem (je älter sie sind)
deutliche Asymmetrien.
Dominanz tritt auf.
Längere Gespräche, häufige Kürzere Gespräche und weniger
Sprecherwechsel. Sprecherwechsel.
Je älter sie werden, um so weniger
sind sie motorisch unruhig, aber um
so mehr wirken sie "steif" und unbe-
teiligt.
Literatur:
Tzankoff, Michaela: Interaktionstheorie, Geschlecht und Schule. 1995.
Walker, Jamie: Mädchen und Jungen – Geschlechtsbezogene Interaktion. 1997.
www.die-frankfurt.de
www.kindergartenpaedagogik.de
