Sprachliche Interaktion und Kommunikation im Unterricht

Suche auf astrid-kaiser.de

Lehrveranstaltungen:
 · Aktuelle Lehrveranstaltungen
 · Veranstaltungen in Planung
 · Frühere Veranstaltungen

Sprachliche Interaktion und Kommunikation im Unterricht

 

Lehrveranstaltung für das Promotionsprogramm Didaktische Rekonstruktion Eichler/Kaiser

freitags

Termine (voraussichtlich)

Freitag 24. Mai 2002

Freitag 31. Mai 2002

Freitag 7. Juni 2002

 

Seminarstruktur

für die Tage mit Astrid Kaiser

 

Seminarziel:

Kennenlernen verschiedener forschungsmethodischer Varianten der Erforschung von Interaktion und Kommunikation im Unterricht und Transfer der Methodik auf Datenmaterial aus vorhandenen Promotionsvorhaben im Promotionsprogramm.

 

Seminarverlauf pro Sitzungstag:

1 Analyse und Diskussion der jeweiligen Studie

2 Transfer der Methodik auf eigene Daten

3 Diskussion von Möglichkeiten und Grenzen

Ausgewählte Untersuchungen:

2. Sitzung: Interaktionen im offenen Unterricht und in freien Interaktionen (Pausen) nach Breidenstein/Kelle

3. Sitzung: Kommunikation im Wochenplanunterricht/Mathematikunterricht nach Naujok

1. Sitzung: Konversationsanalyse mit Videoanalyse nach Fuchs

Die Schwerpunkte dieser Veranstaltung liegen in folgenden Aspekten:

Literatur:

2. Sitzung: Breidenstein, Georg/Kelle, Helga: Geschlechteralltag in der Schulklasse. Ethonographische Studien zur Gleichaltrigenkultur. Weinheim: Juventa 1998

 

 

3. Sitzung: Naujok, Natascha: Schülerkooperation im Rahmen von Wochenplanunterricht. Weinheim: Beltz 2000

 

 

1. Sitzung: Fuchs, Claudia: Barbie trifft He-Man. Kinder erzählen über Spielwelten und ihre Alltagswelt. Freiburg: Fillibach 2001

für alle Sitzungen empfehle ich zur Vorbereitung das folgende formale Raster:

 

Kategorien zur Analyse von Forschungsberichten

Formales Raster

Welche formalen Kategorien würden Sie ergänzend anfügen?

Bitte bereiten Sie einen Plan zur Beschreibung Ihres eigenen Disserationsvorhabens nach diesen Kategorien vor!

Fragen zur Vorbereitung der ersten Sitzung, Fr. 24.5:

Ich möchte mit Ihnen als erstes die Konversationsanalyse von Claudia Fuchs behandeln, weil dort die grundlegenden Fragen der Interpretation von Unterrichtstranskripten, eine genaue Transkriptionsregel und eine bestimmte Variante heuristischer methodolgischer Überlegungen sehr klar offen gelegt sind. Die Komplikationen der Videoanalyse bleiben dabei weitgehend ausgeklammert.

Damit wir gleich in der ersten gemeinsamen Sitzung (wann das genau ist, weiß ich noch nicht) produktiv anfangen können, bitte ich darum, die folgenden Fragen an den Text (genauere Angaben sind auf meiner web-site www.astrid-kaiser.de unter Lehre, Lehrveranstaltungen, aktuell zu finden) stellen.

1) Wie kann man den methodischen Ansatz von Fuchs mit wenigen Worten charakterisieren?

2) Mit welchen Begründungen belegt sie die Relevanz von intuitiven Interpretationsgängen?

3) Lesen Sie ein Stundentranskript laut vor! Helfen die Transkriptionsregeln zur Veranschaulichung?

4) Welche Indikatoren bei der Römer-Unterrichtsstunde waren für die Autorin entscheidend, um zu den dann vollzogenen Interpretationsmodi zu gelangen?

5) Was ist, wenn bei diesem Ansatz keine zündenden Interpretationsideen kommen?

6) Versuchen Sie, ein eigenes Unterrichtstranskript nach den Regeln von Claudia Fuchs umzugestalten!

7) Worin liegt der Unterschied zwischen klassischer Hermeneutik nach Klafki, die ich auf der Webpage unter StudiInfos vereinfachend dargestellt habe, und dem Vorgehen qualitativer Sozialforschung bei Fuchs? (Beispiele ab S. 135 bitte durchsehen!)

 

Fragen/Impulse zur Vorbereitung der 2. Sitzung am Fr. 31.5.

Worin liegen die wesentlichen Unterschiede des Beobachtungsansatzes von Krappmann/Oswald und Breidenstein/Kelle?

Im Projekt Breidenstein/Kelle werden die Rohdaten in Form von textlichen Beobachtungsprotokollen präsentiert. Bitte suchen Sie Stellen, bei denen Ihrer Meinung nach die Deskription in Deutung übergeht!

Wo finden Sie Elemente rekonstruierender Konservierung, wo registrierender Konservierung bei den Beobachtungsprodukten?

 

Finden Sie Passagen, wo Geschlechtsgruppe als Deutungskategorie und wo Geschlechtsangehörigkeit als Realitätsanalyse gemeint ist!

 

Bei welchen Passagen kann die Interpretation als subjektiv bezeichnet werden.

 

Welche Reflexionsebenen der Beobachtungsperspektive zur Geschlechterfrage werden S. 54 ff gewählt, welche wären auch denkbar?

Was unterscheidet die Strategie der Ethnographie von Ihrem eigenen Dissertationsvorhaben? Inwiefern gibt es Gemeinsamkeiten?

Bitte definieren Sie Abduktion, Deduktion und Induktion im Sinne von Kelle u.a.!

Bitte transferieren Sie diese forschungsmethodischen Wege der Erkenntnisgewinnung auf Ihr eigenes Dissertationsvorhaben!

Geben Sie ein Beispiel anhand ihres eigenen Datenmaterials für einen deduktiven/induktiven/oder abduktiven Interpretationsschritt!

 

Vorbereitung der 3. Sitzung am 7.6.02

Bezogen auf die empirische Dissertation von Natascha Naujok soll die Diskussion am Vormittag auf den Schwerpunkt "Helfen als interaktive Strategie" als Fokus empirischer Unterrichtsforschung gelegt werden. Dazu sollen folgende Seiten besonders gründlich bearbeitet werden:

S. 28-30 (Fragestellung, Konstruktivismus in der Didaktik)

S. 32-46 (Methodologie, besonders Interaktionsanalyse, S. 43-46)

S. 53-.65 (Szene 1, Kap. 3.3.1, Bedingungen des Helfens als Fokus)

S. 104-124 (Kap. 3.3.6, gegenseitiges Helfen)

Fragestellungen für die Diskussion des Forschungskonzeptes:

Wie sieht es in der Untersuchung mit den a priori an das Datenmaterial herangetragenen Theorien aus? Werden sie wirklich vermieden?

Wie werden Rekonstruktion, Abduktion und Komparation begrifflich gefasst und unterschieden?

Zeigen Sie bei der ersten Szene die interpretativen Dimensionen des Transkriptes auf!

Sind an Szene 1 auch andere Gliederungen von Interaktionseinheiten denkbar?

Wie sind gedankliche Kontextvariierungen (S. 45) zu leisten?

Am Nachmittag werden die folgenden Unterrichtsszenen als Gegenstand induktiver Interpretationsstrategien genommen:

3.3.1.2 Szene 1

3.3.2.2 Szene II

3.3.3.2 Szene III

3.3.4.2 Szene IV

3.3.5.2 Szene V

3.3.6.2 Szene VI

3.3.7.2 Szene VII

3.3.8.2 Szene VIII

3.3.9.2 Szene IX

Zu diesen Szenen sollen zunächst die folgenden Leitfragen bearbeitet werden:

  1. Welche zusätzlichen Bedeutungen werden über das Transkript transportiert?
  2. Welche inhaltlichen Deutungen lassen sich an die verschiedenen interaktiven Kontexte anschließen?
  3. In welchem Verhältnis stehen beschreibende Beobachtungsnotizen und Original-Wiedergaben der Kinderaussagen?