Leistungsbewertung in den Aufbaumodulen ISB/Sachunterricht
AM 1 9 KP
AM 2 9 KP
AM 3 6KP
Für eine benoteten Leistungsnachweis als Abschluss der 9 KP- Aufbaumodule im Fache Sachunterricht sind drei verschiedene Elemente (zu einem didaktisch begründeten Thema, nach Absprache) plus korrekte Literaturliste zu erfüllen:
In AM 3 wird nur die didaktische Analyse mit sachanalytischen Aspekten und ein Praxismaterial verlangt.
Diese Arbeit muss wie jede andere
wissenschaftliche Arbeit mit einer Problemstellung eröffnet werden, in
der die Fragestellung begründet und in den bisherigen Erkenntnisstand
kurz eingeordnet werden soll.
1.: Die didaktische Analyse
Für die didaktische Analyse kommt es darauf an, dass Begründungen für die Notwendigkeit des Themas aus der Perspektive gesellschaftlichen Wandels, aus der Perspektive der Kindheit und des Kindes und der Kinder der jeweiligen Klasse wie auch aus der Perspektive der sachlichen Notwendigkeit dieses Gegenstandsbereichs zum Erkennen von Sach- und Inhaltsstrukturen geliefert werden. Für die didaktische Analyse sollten spezifisch sachunterrichtsdidaktische Texte herangezogen werden. Wir empfehlen hier vor allen Dingen drei Schriften: Zum einen die didaktischen Analyseerwägungen in der "Einführung in die Didaktik des Sachunterrichts" (s.u.), des weiteren von Wolfgang Klafki den Aufsatz über Sachunterricht u.a. veröffentlicht in Lauterbach, Roland (Hg.), Brennpunkte des Sachunterrichts, Kiel: IPN 1992. Als letztes empfehlen wir ältere Schriften von Wolfgang Klafki zur didaktischen Analyse heranzuziehen, insbesondere eignet sich die zwar in der didaktischen Diskussion wenig zitierte, aber keinesfalls in den Grundkategorien überholte Arbeit "didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung". Diesen in den 1950er Jahren geschriebenen Aufsatz gibt es jetzt zugänglich in der Bibliothek in: Wolfgang Klafki, Studien zur Bildungstheorie und Didaktik, Weinheim 1964 (verschiedene Ausgaben in den 1960er Jahren). Dieser Aufsatz zur didaktischen Analyse ist nicht mehr vorfindbar in den "Neuen Studien zur Bildungstheorie und Didaktik" von Wolfgang Klafki. Es kommt in diesem Teil mehr darauf an, eigene begründete, standfeste Positionen darzustellen, und dabei zu begründen, warum das Thema, das man selbst ausgewählt hat, richtig und wichtig für Kinder und für Unterricht in der heutigen Zeit ist. Das heißt, hier muss die Begründung des selbst gewählten Themas, zu dem dieser Leistungsnachweis geschrieben wird, erfolgen. Schriftliche didaktische Begründungen sind eine wichtige Vorübung, um später gegen Kritik und Widerstände die eigenen Positionen gut verteidigen zu können.
2.: Die "Sachanalyse"
Das Thema der Arbeit sollte nach freier Wahl passend zum Modulinhalt gewählt werden, es werden aber Themen zur Auswahl vorgeschlagen. Beispiele derartiger Themen sind - je nach Modulthema: Angst, Schule früher, Glück, Autos/Fahrzeuge, Geburt, Wohnen, Krankheit, Arbeiten/Berufe, Einkaufen/Markt, Mädchen und Jungen, Familie, Bauen, Strom/Energie. Es können aber sämtliche Themen, die sich didaktisch als sinnvoll für Kinder im Grundschulalter begründen lassen, gewählt werden. Es soll zunächst der Gegenstands-/Inhalts- oder Problembereich, über den diese Arbeit verfasst wird, inhaltlich skizziert werden, in wichtigsten Begriffen, Grundlagen, Aspekten dargestellt werden. Dazu ist es wichtig, dass gezeigt wird, wie mit der Literatur umgegangen wird, richtig zitiert wird, belegt wird, woher bestimmte Aussagen kommen. Literaturbelege sollen im Text erfolgen, eine Literaturliste steht am Ende. Diese Sachanalyse soll nicht den Anspruch einer reinen Facharbeit erfüllen, sondern soll vielmehr das sachliche Wissen, das für den didaktisch relevanten Inhalt erforderlich ist, präsentieren. Dazu gehört, das möglichst vielfältige Aspekte genannt, definiert und erläutert werden, damit Lehrpersonen, die Unterricht in diesem Inhaltsbereich an einer Schule praktizieren, genügend Informationen haben, um auf verschiedene Kinderfragen produktiv reagieren zu können und diese nicht abwehren zu müssen aus Mangel an eigener Sachkenntnis. Es sollte vom Anspruchsniveau her so angelegt sein, dass dieser Teil der Sachanalyse so geschrieben wird, dass er für Lehrpersonen so viele Informationen gibt, dass sie selbst bei diesem Unterrichtsthema nicht weitere sachanalytische Recherchen anstellen müssen, sondern gleich auf dieses Informationspapier zurückgreifen können. In diesem Teil ist es auch wichtig für eine Benotung mit "sehr gut", dass wissenschaftskritische, methodenkritische oder andere differenzierende Anmerkungen bzw. Gedanken dargestellt werden. Wichtig ist, dass dabei nicht bloß eine schulbuchmäßige Faktenanhäufung erfolgt, sondern dass die Sachanalyse der didaktischen Analyse entspricht. Wenn etwa in der didaktischen Analyse zum Thema "Korn/Brot" von den Problemen des Hungers in der Welt und verschiedenen Esskulturen oder Essproblemen der Kinder die Rede ist, darf die Sachanalyse sich nicht auf Schulbuchwissen zur Benennung und Unterscheidung der Getreidearten beschränken. Vielmehr kommt es darauf an, dass hier Grundlagen für ein breites. mehrperspektivisches Herangehen (subjektive Zugangsweisen; verschiedene Kinderfragen antizipiert) an die Thematik gelegt werden.
3.: Der unterrichtspraktische Teil
verlangt weniger differenzierte Argumente, weniger schriftliche Teile, sondern mehr praktische Teile. Dafür sollen in den praktischen Materialien aber möglichst viele gute didaktisch-methodische Gedanken stecken. Wichtig ist es aber auch zu benennen, wie diese unterrichtspraktischen Ideen realisiert werden könnten.Beispiele für solche praktischen Teile sind in: A. Kaiser: Praxisbuch handelnder Sachunterricht Band 1. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2005 (10. Auflage) zu finden.
Der unterrichtspraktische Befähigungsnachweis soll durch konkretes Handlungsmaterial erfolgen. Handlungsmaterial bedeutet, dass - egal aus welchen
Materialien - Handlungsmöglichkeiten für Kinder praktisch präsentiert
werden. Vom Umfang reicht ein
Schuhkarton gefüllt mit Handlungsmateriali zur jeweiligen
Thematik.
Dazu Beispiele:
Etwa zum Thema Stadt im Mittelalter gibt es
einen Schuhkarton mit Figuren, die aus Pappmachè selbst erstellt worden
sind, die Produkte eines mittelalterlichen Marktes darstellen sollen
(z.B. mit Schuhen, Schweinmodellen, Käse, Krügen, Beuteltaschen); dazu
wurde ein sehr differenziertes Verkaufsspiel auf einem
mittelalterlichen Markt entwickelt und mit Karten, Geldsymbolen und
ähnlichem mehr angereichert. Eine andere Variante eines Schuhkartons
ist es, Spiele aus einem Land in Südamerika anhand von Materialien, die
dort verwendet werden, selbst erstellen zu lassen, selbst erproben zu
lassen, die Spielregeln darzustellen und ähnliches mehr. Beispiele für
Handlungsmaterialien sind weiterhin: Experimente, die zum Staunen sind,
Anregungen zum Zerstampfen von Getreidekörnern zu Flocken oder Mehl
etc. etc.
Diese Handlungsmaterialien sollen keineswegs nur kognitiv-informativ sein, sondern sie sollen das Lernen mit allen Sinnen fördern, kreatives Denken anregen, veränderndes Handeln initiieren (sowohl in der Schule wie auch in der Klasse wie auch außerhalb der Schule, das heißt Aktionen von Kindern zur Veränderung ihrer Lage oder der Wirklichkeit animieren) und problemorientiertes entdeckendes Forschen von Kindern aufbauen. Weitere Funktionen dieser Handlungsmaterialien sind ästhetisches Denken und Handeln zu fördern, zu philosophischen Nachdenken über Probleme anzuregen, spielerisch Informationen anzueignen oder problemorientiert an den Gegenstand heranzugehen, Fragen zu entwickeln, forschendes, entdeckendes Lernen zu fördern, d.h. diese Handlungsmaterialien können vielfältige didaktisch-methodische Funktionen haben. Es ist erforderlich, dass sie so ordentlich und optisch ansprechen präsentiert werden, dass sie dieses Handeln der Kinder auch tatsächlich anregen, indem sie ganz klare und präzise mit Computerschrift geschriebene und für alle Kinder damit lesbare - aber auch inhaltlich klar verständliche - Handlungsanweisungen für die Hand der Kinder enthalten. Sie sollen so selbstinstruierend sein, dass eine Lehrkraft in der freien Arbeit diese Materialien ihrer Klasse zur Verfügung stellen kann und die Kinder ohne irgendwelche Hilfen der Lehrerin oder des Lehrers damit umgehen können.
4.: Literaturliste
Die Zitierweise muss einheitlich sein. Ein Muster wäre:
Buch:
Kaiser, Astrid: Einführung in die Didaktik des Sachunterrichts. Baltmannsweiler: Schneider Verlag 1995
Buchbeitrag:
Kaiser,
Astrid: Hausarbeitsdidaktik für Jungen - ein pädagogischer Ansatz zur
Gleichstellung der Geschlechter? In: Fleßner, Heike: Aufbrüche -
Anstöße. Frauenforschung in der Erziehungswissenschaft. Oldenburg: BIS
Verlag 1995, 115-146
Zeitschriftenartikel:
Kaiser, Astrid: Regionaler Sachunterricht. In: Beispiele - in Niedersachsen Schule machen. 12. Jg. 1994, H. 4, 6-11
5. Bewertungskriterien
Die drei Elemente praktischer Teil,
didaktischer Teil, sachanalytischer Teil zusammen werden für die
Notengebung herangezogen, wobei vor allen Dingen die
wissenschaftskritischen Seiten mehr aus dem sachanalytischen Teil
entwickelt werden können, während die Fragen der Kreativität und des
eigenen praktischen Umgehens selbstverständlich mehr aus dem dritten
Teil entnommen werden. Die Kriterien, wie die Notenstufen
von der Fachkommission Sachunterricht festgelegt worden sind, stehen auf der folgenden Seite:
Bewertungskriterien
http://www.astrid-kaiser.de/lehre/tipps/bewertungskriterien.php
