Tipps zur Vorbereitung einer mündlichen Prüfung
1) Themenwahl nach Interesse, nur das, was wir selbst für wichtig halten, bewegt uns genug, um sich intensiv mit der Sache auseinander zu setzen
2) Im Sachunterricht soll das Allgemeinwissen um einen thematischen Kern herum dokumentiert werden. Dieses Allgemeinwissen bezieht sich auf die Bereiche des Kerncurriculums.
3) Für die mündliche Prüfung ist es sinnvoll, sich vorher den Transfer des theoretischen Wissens in die Praxis überlegt zu haben. Was heißt das alles für die Praxis?
4) Wenn ein Thema vorbereitet wird, ist es sinnvoll, es sich im allgemeinen Kontext vergegenwärtigt zu haben. Beispielsweise: Gibt es Vorläuferkonzepte zu meinem Konzept? Seit wann gibt es dieses Konzept? Welche anderen sind zeitgleich entstanden? Wer hat ähnliche/vergleichbare Theorien vertreten? Welches sind die Kontrastbegriffe? Wie definiere ich die zentralen Begriffe meines Konzeptes?
5) Bei Kurzfachprüfungen kann entweder je ein Thema mit der erst- das andere mit der zweitprüfenden Person abgesprochen werden. Es kann aber auch eine prüfende Person beide Themen vorbereiten.
6) Achtung: Die Lehrenden des Sachunterrichtsteams aus dem Institut
für Pädagogik (Nacken, Jäkel, Pfeiffer, Kaiser) sind nicht als Erst-
und als Zweitprüfende
wählbar, es muss als zweitprüfende Person eine Lehrperson aus der
langen Liste der Prüfungsberechtigten - steht auf dieser webpage -
gewählt werden.
Allgemeinwissen
Die Prüfungsordnung sieht vor, dass neben dem Thema auch das
Allgemeinwissen im Fach geprüft wird. Dazu haben wir es den
Studierenden leichter gemacht, indem wir einen Kerncurriculumskatalog
aufgestellt haben.
Achtung, das Kerncurriculum
wird vorausgesetzt. Es müssen also diese Texte gelesen und verstanden
sein, weil auf ihrer Basis das allgemeine Hintergrundswissen
vorausgesetzt wird, das anknüpfend an das Thema erfragt werden kann.
Als Alternative zum Kerncurriculum können auch die 6 Bände Basiswissen Sachunterricht gelesen werden. Auch diese 6 Bücher sind repräsentativ für das Allgemeinwissen im Sachunterricht.
In Absprache mit den Prüfenden können natürlich auch selbst
recherchierte andere Bücher als Grundlage des Allgemeinwissens gewählt
werden.
Fragen zur mündlichen Prüfung
Wie ist das Verhältnis von 1. und 2. Prüfendem?
Beide sollten jeweils ein Thema prüfen und beide sollten dabei das allgemeine Überblickswissen durch Fragen hervorrufen. Die Reihenfolge der Themen liegt bei den KandidatInnen. Es geht aber auch, dass beide Themen mit dem/der Erstprüfenden vereinbart werden.
Wieviel Literatur ist zur Vorbereitung erforderlich?
Das kann man so pauschal nicht sagen. Ein Schätzwert wäre, man bearbeitet drei grundlegende Bücher und einige Aufsätze zur Thematik. Nicht die Zahl der Bücher ist entscheidend, sondern ob man dadurch einen guten Überblick über die Thematik und in verschiedene Aspekte bekommt und ob die eigenen Fragen dadurch schon genauer strukturiert werden können.
Wieviel Theorie, wieviel Praxis ist nötig?
Die mündliche Prüfung dient vor allem der Überprüfung des theoretischen Nachdenkens, allerdings erweist es sich besonders dann, wenn man das Gesagte auch an praktischen Beispielen erläutern kann oder die theoretischen Aussagen auf den aktuellen schulischen Kontext übertragen kann.
Wie ist es mit der Gliederung?
Die Gliederung sollte ein breites Spektrum zur Thematik der Prüfung umfassen. Sie sollte spätestens drei Tage vor Beginn der mündlichen Prüfung in den Fächern der Prüfenden landen. Im Notfalle kann aber auch die Gliederung direkt zur Prüfung in drei Exemplaren für die drei Mitglieder der Kommission mitgebracht werden.
Wie sind die Themen verteilt?
Die/der Vorsitzende achtet darauf, dass beide Themen zur Hälfte der Zeit dran sind, die zu Prüfenden müssen sich darum keine Gedanken machen.
Wann soll man mit der Themenabsprache beginnen?
Spätestens drei Wochen vor Beginn der Prüfung. Sonst ist die Vorbereitungszeit zu kurz.
Wie ist der Aufbau der Prüfung?
Da gibt es keine generellen Regeln. Sinnvoll ist es, mit einer einführenden Darstellung der wichtigsten Aspekte der Thematik zu beginnen und sich dann von den Fragen der Prüfenden weiter leiten zu lassen.
Allerdings wird jede mündliche Prüfung durch ein Ritual eingeleitet. Der/die Vorsitzende fragt, ob der/die zu Prüfende sich gesundheitlich in der Lage fühlt, die Prüfung zu beginnen. Erst danach geht es los. Zunächst muss der Laufzettel über bereits absolvierte Prüfungsthemen bei dem/der Vorsitzenden zurr Prüfung und Unterzeichnung übergeben werden. Mitgebrachtes Anschauungsmaterial muss ebenfalls durch den/die Vorsitzende genehmigt werden. Diese/r führt auch das Protokoll.
Rechte der Prüflinge:
Alle Prüflinge haben das Recht auf eine ausführliche mündliche Begründung der Benotung.
Benotungskriterien
Bei mündlichen Prüfungen wird besonders positiv gewertet:
- authentische Aussagen, keine Phrasendrescherei
- gute Begründungen
- wissenschaftliche Argumentationsweise mit Belegen, Hypothesen und Schlussfolgerungen
- Vergleich verschiedener Theorien/Konzeptionen
- Transfer auf Praxissituationen
Tipps gegen Prüfungsangst und -blockaden
Daran denken, dass die Prüfung nur ein Gespräch ist. Vorstellungen wirken!!!!
Sich vorstellen, dass die Prüfungskommission eine Gruppe von Eltern ist, denen jetzt die eigene didaktische Position klipp und klar erklärt werden muss.
Nicht dauernd denken: "Kann ich das?" Selbstzweifel zernagen das Selbstbewusstsein und die Kreativität.
So nicht:
Seien Sie sachorientiert und interessiert und bringen Sie nicht ständig Unsicherheitsfloskeln!
Dazu ein Beispiel aus dem Protokoll von 15 Minuten der Prüfung einer Studentin:
Wie soll ich das sagen?
Die Bestandteile … soll ich?
Ich weiß gar nicht, ob das wichtig ist.
Mehr weiß ich nicht.
Habe ich was vergessen?
Ich hab das nicht im Detail gelernt, weil mir das zu hoch war.
Ja, ist das so wichtig?
Nicht dass ich jetzt was Falsches sage.
Habe ich was vergessen?
Ja, das wars.
Ach so?
Also da fällt mir nur ein.
