Achtung:
Das Team Sachunterricht empfiehlt als Richtlinie für eine BA-Arbeit in Interdisziplinärer Sachbildung werden 40-50 Seiten, für die Masterarbeit 50-70 Seiten (ohne Anhang).
1. Voraussetzungen
Eine Masterarbeit kann nur gelingen, wenn die Schreibende oder der Schreibende eine eigene Fragestellung mit dieser Thematik verbindet und sie persönlich vor sich selbst als relevant rechtfertigen kann.
Desweiteren sollten die Meldetermine so gelegt werden, dass noch genügend Zeit ist, um sich intensiv in das Thema hineinzuarbeiten, ehe die offizielle Arbeitszeit anläuft.
2. Vorbereitungsphase
a)
Zur vorbereitenden Einarbeitung in eine Fragestellung sind Bücher zum kreativen Schreiben eine wichtige Voraussetzung. Autoren, die empfehlenswerte Bücher in diese Richtung geschrieben haben, sind Lutz von Werder oder Kruse aus Berlin. Diese Bücher geben Techniken des Schreibens und des Schreibenübens sowie des Strukturierens von Texten oder Textbausteinen an, die daraufhin überprüft werden können, welche Techniken für mich selbst als schreibende Person wichtig und sinnvoll und richtig sind.
Mit diesen Methoden wie Assoziationsketten oder "freies Schreiben" werden zunächst erste Stichpunktpapiere zu der Thematik und Fragestellung der eigenen Examensarbeit entwickelt, ohne dass schon weitgehend Literatur dazu recherchiert worden ist.
Im zweiten Schritt werden die Stichpunkte erstmalig geordnet, z.B. nach Ober- und Unterpunkten, nach Neben- und Hauptaspekten. Die Stichpunkte können auch durch Ausschneiden der Stichpunkte und Verschieben der Zettelchen geordnet werden, damit am Ende eine Art graphischer Baum, ein Cluster, entsteht.
Diese schriftlich niedergelegten Cluster oder Assoziationsketten
sollten sorgsam aufbewahrt werden, um nach der Literaturanalyse mit den
dann zum zweiten Mal verfassten Clustern oder Assoziationsketten
verglichen zu werden.
b)
Der nächste Schritt nach den ersten Strukturpapieren des kreativen Schreibens ist die Literaturanalyse.
Es gibt zum Recherchieren von Literatur mehrere Quellen. Die erste Quelle ist das klassische Verzeichnis lieferbarer Bücher, VLB,
das sowohl einen mehrbändigen Schlagwort- wie auch einen Autorenteil
umfasst und am Informationsschalter im Erdgeschoss der Bibliothek
(sowie in allen Buchhandlungen) zu erhalten ist. Dort können wir die
neuesten auf dem Markt erschienenen Bücher finden, die teilweise noch
nicht - mangels Beschaffungsmöglichkeiten - in die Bibliotheksbestände
eingearbeitet worden sind. Heutzutage gibt es allerdings auch über das
Internet hervorragende Recherchemöglichkeiten. Alle großen deutschen �
und internationalen � Bibliotheken sind mittlerweile online und bieten
auch für Externe Recherchemöglichkeiten. Die nächste Quelle zum Finden
aktueller Literatur sind die einschlägigen Fachzeitschriften,
die alle im Pädagogik-Bibliotheksbereich gleich hinter den
Handapparaten für die Seminare stehen. Es sollten mehr als fünf
fachlich einschlägige Zeitschriften, zumindest in den letzten fünf
Jahrgängen durchgeschaut werden, welche Aufsätze evtl. von Bedeutung
für die eigene Fragestellung sind. Die Zeitschriftenartikel sollten
kurz durchgesehen werden, ob der Text für die eigenen Fragen
substanzreiche Aussagen enthält oder wenigstens methodisch einen
wichtigen Ansatz, von dem eine kritische Abgrenzung sich lohnt.
Wichtige dabei (auch im Literaturverzeichnis gefundene) Autorennamen
sollten notiert werden, um im nächsten Schritt per Computerabfrage
unter dem Schlagwort bzw. unter dem Autorennamen zu suchen, welche
Bücher im Bestand der Bibliothek zu dieser Thematik/Fragestellung
ausleihbar sind. Alle auf diese drei Wege gewonnenen Bücher - durch das
VLB, durch die Zeitschriftenanalyse wie durch das Durchchecken des
Bibliotheksbestandes - sollten notiert werden.
Das Bibliothekssystem bietet auch auf der Pädagogik-Seite links zur online-Recherche, so können auch Zeitschriftenabstracts gefunden werden und in der ERIC-Datenbank internationale Forschungsergebnisse zur eigenen Stichworteingabe.
c)
Ehe nun massenhaft kopiert wird, sollte als nächstes die eigene Fragestellung präzisiert werden, damit nicht alles und jedes, was zu dem eigenen Thema dazugehört nun kopiert oder ausgeliehen wird. Wenn ich beispielsweise in der Examensarbeit das Thema bearbeite "Lernvoraussetzungen von Kindern im dritten Schuljahr zur Thematik Tod und Trauer", dann ist es nicht sinnvoll, aus der gefundenen Literatur sämtliche Aufsätze zu kopieren, die sich mit Trauerritualen fremder Kulturen, mit Lernstrategien zu Optimierung des Lernens oder anderen Randgebieten der Thematik befassen, sondern es sollte dann die Literatur überblickshaft durchgeschaut werden, aus welchen Texten wohl am ehesten Antworten für die eigene Fragestellung gefunden werden könne.
d)
Erst nach dieser vorherigen kritischen Sichtung sollten dann Zeitschriftenartikel kopiert und Bücher ausgeliehen werden und evtl. - wenn sie als besonders einschlägig erscheinende und neueren Datums sind - gekauft werden.
e)
Nach der Lektüre von ca. 3 Artikeln sollte man sich wieder mit den Techniken des kreativen Schreibens der Thematik annähern und ein nächstes Clusterbild oder eine Assoziationskette bilden und diese, wenn sie schriftlich festgelegt ist, mit dem Stand vor der Lektüre zu vergleichen. Dies dokumentiert den eigenen Stand des Erkenntnisfortschritts. Nun sollte noch genauer die Fragestellung präzisiert werden und nach Möglichkeit in Unterpunktfragestellungen aufgegliedert werden. Etwa bei unserem Beispiel "Lernvoraussetzungen von Kindern im dritten Schuljahr zur Thematik Tod und Trauer" sollten Fragestellung präzisiert werden in der Weise:
- welche Aussagen zu Lernvoraussetzungen werden in fachdidaktischen Unterrichtsvorschlägen gemacht;
- welche generellen Forschungsmethoden sind zum Erfassen von Lernvoraussetzungen empfohlen oder zu empfehlen;
- welche Lernvoraussetzungsforschungsergebnisse sind bislang in der Literatur zu finden etc.
Sehr wichtig ist es an dieser Stelle, die eigene Fragestellung noch einmal präziser
einzugrenzen, etwa beim Beispiel sich gegenständlich nur auf Tod oder
nur auf Trauer zu begrenzen oder nur Lernvoraussetzungen emotionaler
Art, aber nicht das Wissen der Kinder dazu bearbeiten zu wollen. Je
genauer jetzt die eigene Fragestellung eingegrenzt wird und gesagt
wird, was man nicht bearbeiten kann, um so besser kann die Arbeit
werden, weil nicht überflüssige Inhalte bearbeitet werden, weil mit
einer präzisierten Fragestellung mehr Erkenntnisse gewonnen werden
können.
f)
Im folgenden Schritt der Vorbereitung einer Examensarbeit wird die vorhandene Literatur nach diesen Fragestellungen durchgeschaut.
Es sollte vor allen Dingen darauf geachtet werden, dass die Literatur
nicht von Seite 1 bis 500 reihenweise durchgelesen wird, sondern dass
systematisch entsprechend den detaillierten Fragestellungen anhand des
Inhaltsverzeichnisses quer gelesen, d.h. dass die Passagen
herausgenommen werden, die von Bedeutung für die eigene Fragestellung
zu sein scheinen. Es kann auch in Form eines Durchblätterns auf der
Suche nach Tabellen oder besonderen Datenhinweisen gesucht werden. In
dieser Phase des Arbeitens empfiehlt es sich, dass entsprechend den
notierten Fragestellungen jeweils wesentliche Aussagen, Zitate, Begriffe oder andere Punkte, die für bedeutsam in der Literatur gehalten werden, notiert werden.
Bitte dabei auch gleich darauf achten, dass die Literaturangabe und die
Zitierweise ordentlich erfolgt, d.h. das alles, was wörtlich übernommen
wird, auch als solche gekennzeichnet wird mit Autorenname, Jahreszahl
und Seite. Gleichzeitig sollen alle Texte, aus denen Zitate entnommen
werden, ins Literaturverzeichnis aufgenommen werden.
g)
Das Literaturverzeichnis sollte einheitlich erstellt werden,
d.h. alle Bücher, alle Buchbeiträge und alle Zeitschriftenartikel
sollten nach demselben Schema geschrieben werden. Die besten Muster
davon findet man in den 6 Bänden Basiswissen Sachunterricht. Es ist
aber auch ein anderes einheitliches System möglich.
h)
Im Anschluss an diese etwas längere Phase der Literaturdurchsicht sollte wiederum, völlig unabhängig von der Literatur, völlig unabhängig von der Sammlung an Begriffen, Zitaten etc. sei es auf Diskette, sei es auf Zetteln oder auf Karteikarten wiederum ein Assoziationsbaum oder ein Clusterbaum zur Thematik mit den Methoden des freien Schreibens entwickelt werden. Aus diesem nun zum dritten Mal entwickelten Clusterbaum kann eine erste vorläufige Gliederung erarbeitet werden: "Welche Aspekte zu meiner Fragestellung und meiner Thematik sind von Bedeutung?" Mit dieser vorläufigen Gliederung, die möglichst nicht detailliert in Unterpunkte geht, sondern nur wesentliche Aspekte zusammenfasst, die unter ein Oberkapitel gehören, sollten dann sämtliche Karteikarten oder in der Computerdatei gesammelten Stichpunkte, Zitate, Begriffe, Daten geordnet werden.
Das Grundmuster einer Gliederung einer empirischen Arbeit ist:
1. Einleitung (Problemstellung, Fragestellung)
2. Stand der Forschung
3. Forschungsmethodik
3.1 Forschungsdesign
3.2 Erhebungsmethoden
3.3 Auswertungsmethoden
4 Darstellung der Ergebnisse
5 Interpretation der Ergebnisse
6 Zusammenfassung und Schlussfolgerungen
i)
Nach Fertigstellung dieser Ordnung sollten sich die Schreibenden von Masterarbeiten überlegen, welche Fragestellungen noch wenig durch
diese Literatur oder den bisherigen Stand des Lesens bearbeitet sind.
Diese Defizite, offenen Probleme sollte möglichst in anderer Phase oder irgendwie deutlich sichtbar markiert
werden als die bisherigen Defizite des Forschungsganges. Diese Defizite
gilt es ernstzunehmen, sowohl für den weiteren Arbeitsgang als auch -
falls die bisherige Literatur zu diesen Defiziten keine Antworten zu
geben vermag - die eigenen, offenen Probleme zur Thematik offenzulegen.
3. Das Schreiben
a)
Sie haben aus der Vorbereitungsphase bereits eine vorläufige Grobgliederung, eine umfangreiche Sammlung an Zitaten, Begriffen, Stichworten, Daten, die geordnet sind nach diesen Kapitelüberschriften und Sie haben eine Fragestellung präzisiert sowie bisherige Defizite formuliert. Bevor nun begonnen wird zu schreiben, sollte jede und jeder sich eine Person mindestens suchen, der die eigene Fragestellung der Arbeit erläutert wird und der gleichzeitig gesagt wird, was man bisher alles noch nicht aus der Literatur herausgefunden hat. Dieses Gespräch sollte sehr intensiv geführt werden und man soll sich prüfen, ob man bereits genug weit ist, motiviert an einer Stelle der Arbeit erste Textformulierungen zu machen. Falls man spürt, dass man schon etwas aussagen will und dieses gegenüber der anderen Person mündlich schon probiert hat, kann man sich daransetzen ein Kapitel, möglichst nicht das erste, möglichst nicht das letzte, sondern ein Kapitel aus der Mitte, zu dem man besonders engagiert in der mündlichen Situation hat sprechen können, zu schreiben. Wenn man das Gefühl hat, "ich kann noch nicht schreiben, ich weiß noch zu wenig", sollten noch weitere Literaturrecherchen erfolgen und vor allen Dingen an den Fragestellungen und defizitorientiert weitere Karteikarten bzw. Stichpunktzettelsammlungen fertiggestellt werden.
b)
Beim Schreiben sollte darauf geachtet werden, nicht einen Text zu formulieren, der perfekt ist, sondern einen Text zu formulieren, den man selbst will und später in perfektere Form umformen kann. Nach dem Schreiben des ersten Abschnittes sollte wiederum überprüft werden, inwieweit noch weitere Lektüre notwendig ist oder ob bereits die schon vorhandenen Stichpunkte, Zitate oder Begriffe oder Daten in diesen grob vorformulierten Textabschnitt eingearbeitet werden können.
c)
Nach Abschluss eines ersten mehr oder weniger spontan vorformulierten und dann durch Hinzufügen von weiterem Material aus der Literaturrecherche ergänzten Abschnitt sollte noch einmal überprüft werden, wie die Fragestellung dieses Abschnittes sein sollte und was dieser Abschnitt im Rahmen der Arbeit für eine Funktion erfüllen sollte. Dementsprechend sollte bewusst entschieden werden, nur die Passagen und Abschnitte in dieses Kapitel hineinzubringen, die etwas mit der Gesamtfragestellung zu tun haben und zur Beantwortung der Gesamtfragestellung beitragen. Bloßes Wissen zur Thematik ist nicht gefragt, sondern Fragestellungen, Daten, Bemerkungen, Überlegungen, die zur Lösung der allgemeinen Fragestellung dieser Arbeit beitragen können.
d)
In dieser Weise kann auch an die Arbeit der nächsten Kapitel herangegangen werden. Immer wieder kommt es zuerst darauf an, die Fragestellung einschließlich der offenen Fragen sich selbst klar zu machen, sie sich notfalls deutlich zu Beginn des Textes markiert aufzuschreiben. Diese Phase des Schreibvorganges sollte nicht erst dann erfolgen, nachdem der Stapel aller zu lesenden Bücher und Zeitschriften abgearbeitet worden ist, sondern zu einem Zeitpunkt, an dem etwa die Hälfte der Literatur, die für einschlägig gehalten wird, noch nicht gelesen wurde.
e)
Denn in einem zweiten Überarbeitungsgang ist es sinnvoll, sich noch einmal an die Literatur zu begeben
und festzustellen, ob der eigene Text bereits dem vorhandenen
Erkenntnisstand entspricht oder ob noch weitere Literaturergebnisse
eingearbeitet werden müssen. In dieser Weise des Wechselverhältnisses
zwischen eigenen Vorgedanken, Einarbeitung bisheriger Literatur,
kritischer Lektüre des vorhandenen, selbst geschriebenen Textes,
weiteren Literaturrecherchen, Literaturanalysen, weiterem Einarbeiten
von Erkenntnissen aus dieser Literatur sollten sämtliche mittleren
Kapitel nach und nach in einer Vorform geschrieben werden, ohne dass
der Text sprachlich oder von der Form her nun bereits allen Standards
genügt werden muss.
4. Überarbeitungsphase
a)
Nachdem alle mittleren Kapitel stehen, aber Einleitung und Schluss noch fehlen, sollten nun sämtliche noch erreichbaren und für sinnvoll erachteten Texte zur Thematik bzw. zur Fragestellung bearbeitet werden. Erst zu diesem Zeitpunkt lohnt es sich, die offizielle Laufzeit des Examensarbeitsschreibens anzusetzen.
b)
Mit den jetzt noch einzuarbeitenden Erkenntnissen, Begriffen, Aspekten und Daten soll allmählich begonnen werden auch den Text in einer Weise zu überarbeiten, dass er eine recht gut verständlich, sprachlich flüssig, gut gegliedert wird und gleichzeitig sämtliche unbewiesenen, subjektiven Aussagen in Frageform oder Hypothesenform formuliert werden, genau unterschieden wird zwischen These, empirischem Ergebnis evtl. auch empirischen Ergebnis unter welchen Bedingungen, so dass der Text sich allmählich einem wissenschaftlichen Text annähert. In dieser Überarbeitungsphase kommt es auch wesentlich darauf an, die Gliederung jetzt in eine detaillierte Subgliederung umzugestalten, d.h. genau die Unteraspekte, die für nötig gehalten werden, um nach dem gegenwärtigen Literaturstand zu der eigenen Thematik Antworten zu geben, aufzulisten.
c)
Wenn sämtliche mittleren Kapitel in dieser Weise überarbeitet werden, kann die Zusammenfassung an den Schluss geschrieben werden. Dazu gehören auch Schlussfolgerungen oder Konsequenzen, die aus dem eigenen Arbeitsprozess gezogen werden. Wer empirisch gearbeitet hat, sollte auch hier noch einmal Daten, die in den mittleren Kapiteln dargestellt und ausgewertet worden sind, in kurzer, präziser Form Leserinnen und Lesern zugänglich machen.
d)
Erst wenn die Gliederung, die Hauptkapitel wie auch das Schlusskapitel einigermaßen stehen, sollten wir uns an das Einleitungskapitel machen. Denn das Einleitungskapitel ist das schwerste und wichtigste. Jetzt sollte noch einmal die Fragestellung überarbeitet werden, präzisiert werden, welche Aspekte haben wir bearbeiten können, welche Aspekte haben wir nicht, welche Bedeutung hat die Fragestellung, warum habe ich diese Methoden ausgewählt, welche anderen Methoden wären auch möglich, aber aus welchen Gründen habe ich sie nicht verwendet etc. Das heißt, das substanzreichste und wichtigste und methodisch am sorgfältigsten zu bearbeitenden Anfangskapitel, in dem die Fragestellung begründet wird und nicht nur begründet wird, "weil ich in meinen Praktikum eine volle Halbtagsschule kennengelernt habe, interessiert mich dieses Thema", sondern etwa so: "weil ich beim Praktikum in einer vollen Halbtagsschule festgestellt habe, dass drei Lehrerinnen dieser Schule, die rigiden Fachunterricht praktiziert haben, immer wieder in der offenen Eingangsphase weniger rigide unterrichtet haben oder weniger rigide mit den Kindern umgegangen sind, habe ich mir die Frage gestellt, ob die flexiblere Organisationsform von Schule Auswirkungen auf Unterrichtsmethoden im Sinne von weniger Rigidität hat. Dabei verstehe ich Rigidität in folgender Weise:" So kann etwa eine Fragestellung präziser als bloß durch Hinweis auf Praktikumserfahrung oder die Bedeutung für die heutige Welt und die Zukunft gefasst werden.
e)
Nach dem Formulieren des ersten Einleitungskapitels der Fragestellung und der Begründung der Fragestellung und der Eingrenzung der Fragestellung, was weitgehend bei den meisten Examensarbeiten vergessen wird, sollte dann der gesamte Arbeitsgang noch einmal darauf hin überprüft werden, ob alle Kapitel, Inhalte konsistent mit der Fragestellung in Verbindung stehen und evtl. überarbeitet werden.
f)
Das Literaturverzeichnis am Schluss, das ohnehin laufend die ganze Zeit zusammengestellt werden sollte, sollte jetzt noch einmal überprüft werden, inwieweit die Zitierweise oder die Literaturangabe ordentlich gemacht worden ist (bei Zeitschriftenartikeln muss immer einheitlich durchgängig zitiert werden oder belegt werden und es muss der Jahrgang, der Name der Zeitschrift, die Anfangs- und Endseite des Artikels und natürlich der Titel des Artikels und Autorin oder Autor genannt werden; bei Buchbeiträgen sollte ebenfalls Jahrgang, Erscheinungsort, evtl. auch Verlag, Name und Titel des Buches, in dem dieser Buchbeitrag erschienen ist, genannt werden). Wenn eine vorläufige Fassung der Examensarbeit fertiggestellt ist, sollten wir noch einmal die alten Clusteranalysen, Assoziationsketten und ähnliches eigene Aufzeichnungen zur Fragestellung betrachten und vergleichen, ob der bisherige Arbeitsprozess bereits den eigenen Erwartungen, Themenvorstellungen entspricht, inwieweit er darüber hinausgeht oder zu eng ist.
g)
Es sollte darauf geachtet werden, dass sämtliche sinngemäß übernommenen Textstellen mit der Quellenangabe gekennzeichnet werden. Unabdingbar ist es auch, dass alle wörtlich übernommenen Textteile/Zitate von Anfang bis Ende mit Quellen und Seitenangabe kenntlich gemacht
werden. Das sieht dann etwa folgendermaßen aus: Ich schließe mich bei
der allgemeinen Zielvorstellung der kritisch-konstruktiven Didaktik an
(Klafki 1986). "Die generelle Zielbestimmung des Unterrichts wird hier
darin gesehen, den Lernenden Hilfen zur Entwicklung ihrer
Selbstbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit, deren eines Moment
Mitbestimmungsfähigkeit ist, zu geben" (Klafki 1986, 199). Auch
Auslassungen und Einfügungen in Zitaten müssen gekennzeichnet sein.
Auslassung von einem Wort mit .., von mehr als einem Wort mit ...,
Hinzufügungen im Zitat müssen in Klammern gesetzt werden. Z.B: Klafki
verlangt, dass "Lernen (auch im Sachunterricht).. in seinem Kern
entdeckendes bzw. nachentdeckendes und sinnhaftes, verstehendes Lernen"
(Klafki 1986, 199) sein soll.
5. Abschlusscheckliste
- Literaturangaben gleichmäßig?
- alle Zitate, aus Literatur entnommenen Aussagen im Text kenntlich gemacht?
- genau Zitatanfang und -ende gekennzeichnet?
- Überleitungen zwischen Kapiteln?
- Fragestellung gut präzisiert und eingegrenzt?
- keine überflüssigen wiederholenden Textpassagen?
