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Mädchen und Jungen in einer matrilinearen Kultur

CoverHamburg: Dr. Kovac, 1996




Mädchen und Jungen in einer matrilinearen Kultur - Interaktionen und Wertvorstellungen bei Grundschulkindern im Hochland der Minangkabau auf Sumatra
Schriftenreihe ERZIEHUNG - UNTERRICHT - BILDUNG, Bd.46
Hamburg 1996, 112 Seiten
ISBN 3-86064-419-X

Zum Inhalt:

Die Differenzen der Geschlechter sind in vielen Dimensionen zu beobachten: Mädchen verhalten sich in der Schule kooperativer, Jungen stören häufiger den Unterricht, Mädchen interessieren sich mehr für Menschen, Jungen für Technik.

Die Frage bleibt dabei, wie es zu diesen Unterschieden kommt und ob sie veränderbar sind. Theoretisch wird immer wieder betont, die Geschlechterdifferenz sei nicht naturgegeben, sondern ein Ergebnis von gesellschaftlichen Konstruktionen.

Es wird immer wieder behauptet, es läge am Patriarchat, wenn Mädchen und junge Frauen hierzulande weniger Berufsaspirationen haben als ihre männlichen Altersgenossen. Handfeste Belege fehlen aber.

Hier werden nun Ergebnisse einer Feldforschungsstudie vorgestellt, die in der größten weltweit noch zu findenden matrilinearen Kultur im Hochland der Minangkabau auf Sumatra durchgeführt wurde. Bei den Minangkabau gilt auch heute noch weitgehend eine mutterrechtliche Erbfolge, d.h. Männer vererben das selbsterworbene Gut an die Kinder ihrer Schwestern, die im Hause der Großmutter aufwachsen.

Noch gehört das meiste Land und die Wohnhäuser den weiblichen Sippenvorsteherinnen.

Klassische Studien der hiesigen pädagogischen Frauenforschung, u.a. Interaktionsanalysen, Bildanalysen und Befragung von Berufswünschen wurden vergleichend in Grundschulen der Minangkabau durchgeführt.
Das Ergebnis ist überraschend: In einigen Dimensionen unterscheiden sich die Kinder aus einer matrilinearen Kultur kaum von den hiesigen Kindern, in Bildern und bei Vorstellungen von der Zukunft sehen die Ergebnisse von Mädchen und Jungen gänzlich anders aus als in unserem Kulturkreis.

In diesem Buch werden diese Ergebnisse ausführlich vorgestellt und daraus Antworten auf die Frage entwickelt, ob die Jungen so sein müssen wie sie sind, oder ob eine andere Kultur auch andere Geschlechterverhältnisse in der Schule bedingt.