Projekt Soziale Integration: Kurzskizze

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Im Schulversuch "Soziale Integration in einer jungen- und mädchengerechten Grundschule" wird ein Bildungskonzept ab 1. Schuljahr erprobt, mit dem die zukünftig für die Individuen und das Zusammenleben immer bedeutsamer werdenden sozialen Kompetenzen gezielt gefördert werden.

Speziell soll das Ziel angestrebt werden, die gegenwärtig stereotyp und polarisierend erfolgenden Sozialentwicklungsprozesse von Mädchen und Jungen in der Schule durch schulische Maßnahmen zu beeinflussen. Dabei soll keine separate Versuchsstruktur entwickelt werden, deren Implementation in das Regelsystem nur schwer zu realisieren ist. Vielmehr soll im allgemeinen Unterricht und unter Rahmenbedingungen der Regelschule ein pädagogisches Programm zur sozialen Kompetenzförderung sowie zum Abbau entwicklungshemmender Bedingungen beider Geschlechter erprobt werden. Es werden dabei diejenigen Maßnahmen ausgewählt, die nach dem heutigen Stand der pädagogischen Frauenforschung als besonders wirksam angesehen werden, um bei den gegenwärtigen, stark stereotyp und geschlechterpolarisierend wirkenden schulischen Sozialisationsprinzipien zu intervenieren. Dazu zählt auch die naturwissenschaftlich-technische Kompetenzentwicklung im Sachunterricht bei Mädchen über die Einbindung der Inhalte an Mädchen mehr ansprechende soziale Probleme.

Der Schulversuch soll an vier niedersächsischen Grundschulen (Grundschule Edewechterdamm, Grundschule Friedrichsfehn, Grundschule Huntlosen, Röwekampschule Oldenburg) stattfinden, die verschiedene regionale Einzugsgebiete repräsentieren (ländlich-agrarisch katholisches Gebiet, ländlich evangelische "Pendlerregion", Städtisches Gebiet, Stadtrandgemeinde). Der Versuchsbeginn war im August 1997. Der Versuch soll vom 1. bis 3. Schuljahr erfolgen. Vorgesehen sind 4 Schulen im Bezirk Weser-Ems. Hinzu kommen Kooperationsschulen aus anderen Regionen (insbesondere sind neue Bundesländer angefragt), die an der Fortbildung teilnehmen und ihre Praktikabilitätserfahrungen zu den Bildungsmaßnahmen der sozialen Kompetenzförderung einbringen.

Die Versuchsschulen werden wissenschaftlich begleitet, nehmen an den Supervisionen teil, übernehmen die Aufgaben der curricularen Umsetzung auf die Bedingungen ihrer eigenen Schule und der Mitarbeit an der Entwicklung eines zieladäquaten Schulkonzeptes. Sie nehmen auch an Befragungen und Interviews teil. Es werden in ausgewählten Unterrichtssequenzen Videoaufzeichnungen gemacht.

Zum Schulversuch gehören Kompaktfortbildungswochenenden zur gemeinsamen Planung der unterrichtlichen Maßnahmen (schulübergreifend), daraus gebildete kleine Wahlarbeitsgruppen und zweiwöchige Supervisionen für alle Lehrkräfte der Versuchsschulen. An den Fortbildungen sollen auch Kooperationsschulen aus den neuen Bundesländern teilnehmen. Entsprechende Kontakte sind bereits angebahnt.

In den Schulen ist verstärkte Elternarbeit wichtig.

Am Schulversuch wirken nach dem gegenwärtigen Planungsstand folgende Personen mit:

die Kollegien der Versuchsschulen sowie Elternschaft und Kinder

eine Projektkoordinatorin/ein Projektkoordinator. Die Leiterin der Projektfortbildung und Koordinatorin des Versuch ist Maria Wigger.

die Wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Astrid Kaiser, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.

Die Supervisorin ist Frau Dipl.Psych. Barbara Kubesch, Schulaufsichtsamt Syke.

Die Leitung der Wissenschaftlichen Begleitung liegt bei Frau Dipl.Päd. Karola Nacken.

Für die teilnehmende Beobachtung ist jeweils ein männlich/weiblich gemischtes "Paar" studentischer Hilfskräfte zuständig.

Weitere Schulen (u.a. aus Sachsen-Anhalt, der Region Hannover und aus NRW) stehen mit dem Projekt in Verbindung und nehmen über einzelne Lehrkräfte am Fortbildungsangebot teil (Kooperationsschulen). Diese Schulen haben Zugang zu den wissenschaftlichen Zwischenergebnissen des Projektes, zu den von den Versuchsschulen entwickelten curricularen Ergebnissen, den Videoaufzeichnungen und den Fortbildungstagungen.