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Promotionsprogramm:

Lernprozesse im Übergangsraum - Praxisphasen von Lehramtsstudierenden empirisch untersuchen und modellieren - LÜP

 

Promotionsprogramm in der Allgemeinen Lehr-Lern-Forschung, der Allgemeinen Didaktik und den Bildungswissenschaften sowie in den Didaktiken der Fächer Chemie, Deutsch, Geschichte, Informatik, Mathematik, Physik, Politik, Sachunterricht, Technik, Musik und ökonomische Bildung

Das Programm wurde am 01.04.2013 gestartet. 

gefördert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) 

koordiniert vom Didaktischen Zentrum (diz) der Universität Oldenburg 

 

Ziel:

Das Promotionsprogramm untersucht auf empirischem Wege, welche Lern- und Professionalisierungsprozesse Lehramtsstudierende in ihren Praxisphasen an Schulen durchlaufen.

 

Im Fach Sachunterricht arbeitet die Doktorandin Imke Dreber am Teilprojekt:

"Transfer von fachdidaktischem Wissen zum kommunikativ-handlungsorientierten Lernen im Fach Sachunterricht in Planungsreflexion und praktisches Planungshandeln"

 

Die LehrerInnenbildung rückt in den letzten Jahren immer stärker in den Fokus der domänenübergreifenden Forschung. Zu erkennen ist dies vor allem an den neueren Handbüchern (u.a. Terhart, Bennewitz & Rothland 2011; Arnold, Hascher, Messner et. al. 2012). Hierbei hat besonders die Einführung des Praxissemesters in den letzten Jahren verstärkt für Diskussionen gesorgt, speziell auf die Verhältnisbestimmung Theorie und Praxis in der universitären Ausbildung bezogen (Kleinespel 2014). Ein wichtiger Schwerpunkt während des Praxissemesters stellt die eigene Unterrichtsplanung der Studierenden dar, welche praktisch im schulischen Kontext erprobt und präzisiert werden soll. In der aktuellen empirischen Forschungslandschaft lassen sich jedoch kaum stichhaltige Befunde über die Planung von Studierenden des Sachunterrichts in Praxisphasen finden. Lediglich die Unterrichtsplanung von LehramtsanwärterInnen und LehrerInnen dieses Faches wird in einigen Studien thematisiert (Hedtke, Kahlert, Schwier 1998; Giest 2002; Brülls 2006; Heran-Dörr, Kahlert 2009; Tänzer 2012). Es liegen aber bereits Studien im deutschsprachigen Raum zur Unterrichtsplanung von Studierenden und LehrerInnen von anderen Schulformen und Unterrichtsfächern vor (u.a. Bromme 1981; Bromme, Hömberg 1981; Wengert 1989; Haas 1998; Seifried 2009). Tänzer (2012) stellt jedoch die Wichtigkeit der Beachtung von fachdidaktischen Spezifika des jeweiligen Faches heraus, da sich Planungswissen stets aus fachbezogenen und fachübergreifenden Anteilen zusammensetzt. Die geplante Studie versucht diesem Desiderat entgegenzuwirken, in dem die Praxis sachunterrichtlicher Planung von Studierenden während des Praxissemesters untersucht wird.

Diese Dissertation hat das Ziel, herauszufinden, auf welche Weise Studierende im Praxissemester fachdidaktisches Wissen zum kommunikativ-handlungsorientierten Lernen im Fach Sachunterricht in Planungsreflexion und praktisches Planungshandeln transferieren können. Diesem Forschungsziel ergänzend wird der Frage empirisch nachgegangen, wie sich das Planungsdenken der Studierenden in dieser Phase verändert. Die erhobenen Daten sollen dazu dienen, Aufschluss Über Transferprozesse von fachdidaktischem Wissen im Sachunterricht zu geben. Gegenstand der Untersuchung stellt die Unterrichtsplanung von zehn Sachunterrichtsstudierenden im Praxissemester an der Universität Bremen dar. Vor Beginn des Praxissemesters wird eine Wissensabfrage der Studierenden in Form von Concept Maps und eines Interviews durchgeführt, die Auskunft über ihren aktuellen Wissensstand des kommunikativ-handlungsorientierten Lernens im Sachunterricht und der Unterrichtsplanung gibt. Das qualitative Untersuchungsdesign während des Praxissemesters ist gekennzeichnet durch eine dreiphasige prä-post Erhebung. In der ersten Erhebungsphase beurteilen die Studierenden mit Hilfe des Erhebungsinstruments Nachträgliches Lautes Denken (NLD) im Anschluss an die individuelle Unterrichtsplanung ihr Planungsprozess und ihr -produkt. Die Studierenden setzen in der zweiten Erhebungsphase ihre Planung in konkretes Unterrichten um, welches beobachtet wird. Dies stellt einen wichtigen Schritt im Laufe der Datenerhebung dar, um im späteren Verlauf das Datenmaterial valide interpretieren zu können. Die Durchführung eines leitfadengestützten Interviews leitet die dritte Erhebungsphase ein. Hier reflektieren die Studierenden ihre Unterrichtsstunde auf Grundlage ihrer Unterrichtsplanung, damit bei der nächsten Unterrichtsplanung gemachte Erfahrungen kritisch umgesetzt werden können.

 

 

Literatur:

Arnold, K.-H., Hascher, T., Messner, R., Niggli, A., Patry, J.-L., Rahm, S. (2012): Empowerment durch Schulpraktika. Bad Heilbrunn, Klinkhardt.

Bennewitz, H.,  Terhart, E., Rothland, M. (2011): Handbuch der Forschung zum Lehrerberuf. Münster, Waxmann.

Bromme, R. (1981): Das Denken von Lehrern bei der Unterrichtsvorbereitung. Eine empirische Untersuchung zu     kognitiven Prozessen von Mathematiklehrern. Weinheim, Beltz.

Bromme, R., Hömberg, E. (1981): Die andere Hälfte des Arbeitstages. Interviews mit Mathematiklehrern Über alltägliche Unterrichtsvorbereitung. Mit einer Fallstudie von Falk Seeger: Zum Zusammenhang von Unterrichtsplanung und Unterrichtsverlauf. Bielefeld, Institut für Didaktik der Mathematik.

Brülls, S. (2006): Unterrichtsvorbereitung nach der Konzeption des genetischen Lehrens bei Martin Wagenschein an Beispielen. Oldenburg, Oldenburger Vordrucke.

Giest, H. (2002): Entwicklungsfaktor Unterricht. Empirische Untersuchungen zum Verhältnis von Unterricht und Entwicklung in der Grundschule. dargestellt am Beispiel des Heimatkunde- und Sachunterrichts. Landau.

Haas, A. (1998): Unterrichtsplanung im Alltag. Eine empirische Untersuchung zum Planungshandeln von Hauptschul-, Realschul-, und Gymnasiallehrern. Regensburg, S. Roderer Verlag.

Hedtke, R, Kahlert, J., Schwier, V. (1998): Umweltbildung, Unterrichtsvorbereitung und Internet. Wie nutzen Lehrerinnen und Lehrer Umweltinformationen im Internet? Berlin.

Heran-Dörr, E, Kahlert, J. (2009): Welche Medien nutzen Sachunterrichtslehrkräfte bei der Vorbereitung auf naturwissenschaftlichen Sachunterricht? In: Lauterbach, R, Giest, H. Marquardt-Mau, B. (Hrsg.): Lernen und kindliche Entwicklung. Bad Heilbrunn, Klinkhardt.

Kleinespel, K. (2014): Ein Praxissemester in der Lehrerbildung. Konzepte, Befunde und Entwicklungsperspektiven am Beispiel des Jenaer Modells. Bad Heilbrunn, Klinkhardt.

Seifried, J. (2009): Unterricht aus Sicht von Handelslehrern. Frankfurt a.M., Peter Lang.

Tänzer, S. (2012): Wie bewältigen Lehramtsanwärterinnen die Planung von Sachunterricht? - Erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt. In: Giest, H., Heran-Dörr, E., Archie, C. (Hrsg.): Lernen und Lehren im Sachunterricht. Zum Verhältnis von Konstruktion und Instruktion. Bad Heilbrunn, Klinkhardt. S.199-205.

Wengert, H. G. (1989): Untersuchungen zur alltäglichen Unterrichtsplanung von Mathematiklehrern: Eine kognitionspsychologische Studie. Frankfurt a.M., Peter Lang.