Warum brauchen Astronauten Raumanzüge?
Vorlesung von Prof. Dr. Astrid Kaiser
am 21.4.2004 um 16 Uhr
im Hörsaalgebäude der Universität
Campus Uhlhornsweg
Übertragung im Fernsehen durch den Offenen Kanal Oldenburg
am Mittwoch, 28.4. um 18 Uhr
weitere Informationen über die Kinderuniversität Oldenburg
Fotos von der Kinderuniversität findet ihr auf den Seiten der Grundschule Friedrichsfehn
unter aktuell,
dann "Am Mittwoch..."
Diese Kinderuniversitätsvorlesung führt nicht nur Experimente vor, sondern nimmt auch am großen Vergleichsversuch mit der Internationalen Raumstation ISS teil.
Versuch mit der ISS
André Kuipers ist fahrplanmäßig als Astronaut der ESA (Europäische Weltraumorganisation = European Space Agency) am 19.4.2004 um 5.19 Uhr vom Weltraumbahnhof Baikonur zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Mit ihm sind ein russischer Kosmonaut und ein amerikanischer Astronaut in die Sojus-Rakete gestiegen. Die Mission des niederländischen Astronauten André Kuipers heißt "DELTA". Er wird auf der Internationalen Raumstation ISS unter anderem einen Versuch mit Rucola-Samen durchführen. 6.000 Grundschulklassen in Deutschland und ebenfalls in den Niederlanden können diesen Versuch parallel in ihrem Klassenzimmer machen. Und auch die Oldenburger Kinderuniversität nimmt an diesem Versuch teil. André Kuipers wird sich zu Beginn des Versuchs am 22.4.2004 um 16 Uhr im Kinderkanal des Fernsehens live von der ISS – 400 Kilometer über der Erde – melden. Auch am Ende des Versuchs - etwa am 27. oder 28.4. gibt es eine Schaltung von der ISS über den Kinderkanal an alle Kinder, bei der unser Astronaut den Stand seines Versuches durchgeben wird. Wir können dann seine Ergebnisse mit unseren vergleichen:Wie ist der Samen in unserem Gewächshaus gewachsen?
Wie hat sich der Samen im Weltall verhalten?

So sehen Rucola-Pflanzen aus.
Jedenfalls dann, wenn sie ausgewachsen sind.Man kann sie dann pflücken und einen interessant schmeckenden Salat machen.
Bei unserem Versuch mit der ISS geht es aber um die kleinen Samenkörner. Dazu haben wir von der DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) ein Gewächshaus bekommen, damit wir den Vergleichsversuch mit der ISS machen können.
Überlegt zunächst einmal, was eine Pflanze braucht!
Ihr könnt euch dazu zum Thema Pflanzen bei LESA21 auf den Lernen-Seiten informieren.
Der Versuch wird in einem raktetenförmigen Gewächshaus gestartet.
Es geht allerdings auch ohne. Wichtig sind zwei dunkle Boxen. Eine ist völlig geschlossen, eine hat ein rundes Lichtfenster mit 2,5 cm Durchmesser.
Nun braucht ihr ein Blatt unbedrucktes weißes Küchenpapier, faltet es zweimal und schneidet es mit der Schere in zwei gleich große Hälften. Das werden die beiden Unterlagen für die beiden Boxen.
Nun nehmt etwas Wasser und feuchtet die Unterlagen an. Aber nicht zu viel, es darf nicht zu nass werden. Drückt die Luft im Papier heraus!
Der Samen wird zun auf feuchtes Küchenpapier gelegt. In jede der beiden Boxen wird eine feuchte Papierunterlage mit den Samenkörnern ganz vorsichtig hinein gelegt.
Wer mit der Klasse eine Raketenschachtel hat, schiebt die beiden Boxen so in die Rakete, dass das Lichtfenster der schwarzen Box unter dem Lichtfenster der Rakete liegt.
In einem Teil bekommt der Samen Licht, im anderen nicht.
Überlegt einmal, was in den beiden Teilen mit den Samenkörnern passiert!
Nun legt die die beiden Boxen oder die Rakete mit den Boxen so hin, dass das Lichtfenster nach oben zeigt!
Guckt am nächsten Tag nach, was passiert ist. Achtet darauf, noch etwas Wasser dazu zu geben, wenn das Küchenpapier trocken geworden ist, beobachtet genau und schließt möglichst schnell wieder eure Box.
Ihr sollt nun die nächsten Tage eure Beobachtungen aufschreiben.
Beobachtet die Länge in mm, die Wachstumsrichtung und die Farbe - einmal für das Fach ohne Licht und dann für das Fach mit Licht!

Liebe Kinder,
die Versuchsergebnisse von euren Versuchen könnt ihr unter www.lesa21.de online stellen. Es geht ganz einfach. Ihr müsst die Lesa-Seite aufrufen, dann den Knopf "Kinder" klicken, dann links bei den Themen scrollen bis zum Thema Weltraum. Dort öffnet sich ein Fenster und ihr könnt eure Versuchsergebnisse online stellen.
Ihr könnt dann, wenn eure Samen 5 Tage lang in den Boxen keimen konnten, mit den Ergebnissen auf der Raumstation vergleichen, sie sind auf den Seiten Seeds in Space der vom DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) zu finden.
Am 27.4. um 16 Uhr im Kinderkanal in der Sendung Kikania gab es eine Lifeschaltung zum Astronauten André Kuipers.
Die ganze Sendung war diesem Thema gewidmet.
Die Klasse 3 a der Grundschule Friedrichsfehn hat sich an dem Experiment beteiligt. Wir haben daher die Samen in unterschiedliche Behälter eingepflanzt, einmal in einen Behälter ohne Licht und einmal in einen Behälter mit Lichteinwirkung. Am 23.04.2004 wird der Samen im Weltraum und in der Grundschule Friedrichsfehn für alle Kinder der Kinderuniversität ausgesät.
Alle Kinder haben ihre Vermutungen zu diesem Experiment aufgeschrieben und wir werden in Kooperation mit dem Astronauten Andre Kuipers die Pflanzen beobachten und unsere Ergebnisse jeden Tag ins Netz stellen.
Und alle Kinder der Kinderuni können unsere Versuchsergebnisse sehen. Denn die Rucola-Samen der Kinderuniversität haben wir unseren Forschungsassistentinnen und Forschungsassistenten nach Friedrichsfehn mitgegeben. Dort wurden sie auf feuchtes Tuch gelegt. Die Fotos sind von den verschiedenen Versuchstagen auf der Seite der Grundschule Friedrichsfehn unter aktuell zu sehen.
Ergebnisse auf der Erde
Die Fotos aus Friedrichsfehn könnt ihr auf der Seite der Schule sehen.Ihr müsst nur die Schule anklicken:
www.grundschule-friedrchsfehn.de,
dann aktuell,
dann den link unter "alle Kinder..."
Ergebnissse in der ISS
In der Internationalen Raumstation wuchen die Rucola-Samen im Dunkeln anders als auf der Erde, mit Licht zum Lichtfenster:Rucola im Weltall- im Dunkeln
Das ist passiert:- Die Pflanzenstängel sind ziemlich groß geworden
- Die Stängel sind völlig durcheinander gewachsen
- Die Blättchen sind gelb und bleiben im Häkchen zusammengefaltet
"Das sieht ja aus wie ein einziges Durcheinander" sagt Marie."Aber wieso ist das so? Wieso sind die nicht so gewachsen, wie bei uns im Klassenzimmer?"
Diese Frage kann die DLR-Wissenschaftlerin Dr. Ulrike Friedrich beantworten: "In der Raumstation ist Schwerelosigkeit. Die Pflanzen können sich nicht nach der Schwerkraft orientieren und ihren Stängel nach oben wachsen lassen, denn es gibt kein oben und unten. Und dann haben sie noch nicht einmal ein Lichtfenster, wo sie hin wachsen können! Nun wachsen die Keimlinge wirklich in Bögen durcheinander, vielleicht auch mal am Filterpapier entlang".
Rucola im Weltall - mit Lichteinfall
Das ist passiert:- Die Stängel sind kerzengerade zum Lichtfenster gewachsen
- Die Keimblättchen sind hell und grün
"Im All sind die Keimlinge fast so gewachsen, wie in unserer Versuchsrakete am Boden", sagt Evu. Albert stellt aber fest: "Wenn man genau hinsieht gibt es einen Unterschied: Die sind ganz gerade gewachsen und gar nicht im Bogen!" Das kann Dr. Ulrike Friedrich erklären: "Auf der Raumstation ist Schwerelosigkeit. Also können die Pflanzen nicht mehr erkennen, wo oben und wo unten ist. Sie orientieren sich dann nun nicht mehr hauptsächlich nach der Schwerkraft, sondern nach dem Licht und nach der Feuchtigkeit."
